Forschungsschwerpunkt
Mein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt darauf, Städte zugänglicher und inklusiver zu gestalten. Dazu kombiniere ich GIS, Spatial Data Science sowie digitale Tools und Methoden, um zu verstehen, wie sich Menschen – insbesondere Personen mit eingeschränkter Mobilität – durch den urbanen Raum bewegen und darin orientieren. Ich entwickle räumliche Zugänglichkeitsmodelle, die über herkömmliche Routing-Dienste hinausgehen, denen in der Regel entscheidende Zugänglichkeitsinformationen fehlen, etwa zu Gehwegneigungen, Bodenbeschaffenheit oder Rampenstandorten. Um diese Arbeit auf eine solide Grundlage zu stellen, leite ich Citizen-Science-Initiativen mit seh- und mobilitätseingeschränkten Personen sowie älteren Menschen, die diese fehlenden Zugänglichkeitsdaten mithilfe digitaler Tools – etwa Webanwendungen auf Basis von Street-View-Bildmaterial – ergänzen. Ich arbeite eng mit Partnern aus Stadtverwaltung, Industrie und Wissenschaft zusammen, um diese Modelle in Datensätze und Tools zu übersetzen, die eine evidenzbasierte, inklusive Stadtplanung unterstützen.
Akademischer Werdegang
Ich habe einen Hintergrund in Ingenieurwissenschaften und GIScience und bin derzeit Postdoktorandin an der Digital Society Initiative (DSI) im Rahmen des DSI Bridge Postdoc Program. Seit November 2023 bin ich zudem Gründerin und Leiterin der Forschungsgruppe Inclusive Mobility and Sustainable Transport am Geographischen Institut der Universität Zürich. Ausserdem bin ich mit dem UZH Healthy Longevity Center affiliiert. Meinen Doktortitel in GIScience habe ich an der Universität Zürich erworben. Während meiner Doktorarbeit habe ich menschliche Bewegung auf Mikroebene analysiert und mittels Machine-Learning-Methoden verschiedene Formen körperlicher Aktivität anhand raumzeitlicher Datensätze charakterisiert, die mit mobilen Tracking-Sensoren (GPS und Beschleunigungsmesser) in realen Umgebungen erhoben wurden. Meinen M.Sc. in Civil Engineering – GIS habe ich an der K.N. Toosi University of Technology (KNTU) in Teheran, Iran, erworben, meinen B.Sc. in Surveying Engineering an der Shahid Rajaee Teacher Training University (SRTTU), ebenfalls in Teheran, Iran.
Projekte
- Im Rahmen meines DSI Bridge Postdoc Fellowship leite ich SISAL – Situation-Aware Individualized Spatial Accessibility Analytics (2021–2027), ein Programm, das die Grundlage für individualisierte, situationsbewusste räumliche Zugänglichkeitsprofile schafft, indem offene Geodaten mit digitalem Sensor-Tracking kombiniert und mittels GIS- und KI-Methoden ausgewertet werden. Zudem leite ich die beiden Vorzeigeprojekte von SISAL, ZuriACT und ZuReach, die multistakeholder- und interdisziplinär angelegt sind.
- ZuriACT – Zurich Accessible CiTy (Smart City Zurich Innovation Credit, 2023–2024), eine Zusammenarbeit von Stadt Zürich und UZH, erprobte einen neuen Ansatz zur Kartierung der Zugänglichkeit im Zürcher Kreis 1. Herkömmliche Routing-Dienste und digitale Karten übersehen jene Barrieren, die für mobilitätseingeschränkte Menschen am wichtigsten sind. ZuriACT setzte genau hier an und ergänzte diese Zugänglichkeitsdaten gemeinsam mit der Bevölkerung systematisch. Das Projekt wurde zudem 2024 mit dem Swiss Smart City Hub Award in der Kategorie Citizen Services ausgezeichnet.
- ZuReach – Zurich Urban Reachability & Accessibility Enhancement Through Digital Technology (DIZH Innovation Project Grant, 2024–2027) baut auf ZuriACT auf und skaliert diesen partizipativen Ansatz zu einer regelmässig aktualisierten, stadtweiten Datenbank zur Gehweg-Zugänglichkeit für Zürich und Winterthur. Über die Datenbank hinaus entwickelt das Projekt digitale Methoden und Tools zur Identifikation und Beseitigung urbaner Zugänglichkeitsbarrieren – mit dem Ziel einer praktischen Wirkung in sozialer, wissenschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht.