Mind the Patient Lab

Das «Mind the Patient Lab» nutzt digitale Innovationen, um eine neue Generation von Entscheidungshilfen für medizinische Interventionen zu entwickeln. Expert:innen aus der klinischen Medizin, der Medizinethik, dem Design, der Computerlinguistik, der Psychologie arbeiten mit Patientenvertreter:innen zusammen, um evidenz-basierte, nutzerfreundliche Tools zu gestalten.


Das Ziel des «Mind the Patient Lab» (MtP Lab) ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um innovative digitale Entscheidungshilfen für die Gesundheitsversorgung von Patient:innen zu entwerfen, zu entwickeln und zu evaluieren. Die Digitalisierung kann herkömmliche Entscheidungshilfen durch Funktionen wie Multimedia, Interaktivität und aktive Beteiligung, Zugang zu einer Fülle von Informationen, starke Visualisierung und Personalisierung sowie möglicherweise KI-basierte Simulationen, Vorhersagen und Empfehlungen verbessern.

Mit dem Schwerpunkt auf einer starken Design- und User-Experience-Perspektive sowie einer soliden klinischen Grundlage zielt das MtP-Labor darauf ab, digitale Entscheidungshilfen zu entwickeln, die a) einen echten Mehrwert bieten, indem sie eine evidenzbasierte, präferenzsensitive Entscheidungsfindung fördern, b) Patient:innen und Leistungserbringende befähigen können, indem sie eine gemeinsame Entscheidungsfindung erleichtern, und c) für Patient:innen und Angehörige der Gesundheitsberufe unter realen klinischen Bedingungen ansprechend und benutzerfreundlich sind und gleichzeitig hohe ethische Standards erfüllen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bringt das MtP-Labor Forschende und Expert:innen aus Medizin, Psychologie, anderen Gesundheitsberufen, Ethik, Daten- und Computerwissenschaften, Mensch-Maschine-Interaktion und Designforschung zusammen. Forschende und Expert:innen des MtP-Labors werden sich regelmäßig mit Wissenschaftler:innen aus verschiedenen DSI Communities (z. B. Health und Ethics) und darüber hinaus treffen und Workshops organisieren, um das geeignete Format, die geeignete Struktur und den geeigneten Inhalt für eine Reihe von digitalen Entscheidungshilfen zu ausgewählten klinischen Themen zu definieren und zu bewerten. Das MtP-Labor wird auch mit Patientenorganisationen und der Akademie für Partizipative Wissenschaft der UZH zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Patient:innen gebührend berücksichtigt werden. Innerhalb von zwei Jahren wird das MtP-Labor, aufbauend auf den Vorarbeiten, die Kernmechanik der MtP-Entscheidungshilfen definieren, mindestens zwei digitale Entscheidungshilfen entwickeln und evaluieren, eine Website zum MtP als strategisches Kommunikations-/Outreach-Instrument betreiben und mehrere Artikel (für ein akademisches und Laienpublikum) veröffentlichen.
 

Projektlaufzeit: 01.07.2022 - 30.06.2024

Kontakt: Prof. Dr. med. Dr. phil. Nikola Biller-Andorno


Projektteam

Porträtbild

Nikola Biller-Andorno

Prof. Dr. med. Dr. phil. Nikola Biller-Andorno, MHBA, ist Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich. Nach der Habilitation an der Universität Göttingen war sie für zwei Jahre an der Weltgesundheitsorganisation in Genf als Ethikerin tätig, um danach einem Ruf auf die Professur für Ethik in der Medizin an der Charité in Berlin zu folgen. 2005 wechselte sie auf das Ordinariat für Biomedizinische Ethik an der Universität Zürich. Nikola Biller-Andorno ist Mitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften sowie des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds. Das akademische Jahr 2012/13 verbrachte sie als Gastprofessorin an der Harvard University, von 2016 bis 2020 war sie Fellow am Collegium Helveticum. Seit 21 ist Nikola Biller-Andorno Vizedekanin Innovation und Digitalisierung der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Vor kurzem wurde sie in die European Group on Ethics in Science and New Technologies berufen, welche die Europäische Kommission berät.

Bild C. Meier

Christoph A. Meier

Prof. Christoph A. Meier ist seit 2020 Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich. Seit vielen Jahren engagiert er sich für eine patienten-orientierte und qualitäts-basierte Medizin. In diesem Rahmen ist er u.a. Mitglied der Eidgenössischen Qualitätskommission, des Expertenpanels von Newsweek für die 'Best Hospitals of the World', dem SIRIS Stiftungsrat sowie als Beirat beim Obsan für den Versorgungsatlas. Sein ebenfalls grosses Interesse an einer innovative Medizin widerspiegelt sich in seinen Aktivitäten im Rahmender Future of Health Initiative (Federation of American Hospitals und Sheba Medical Center) sowie als Verwaltungsrat im Novartis Venture Fund. Von 2016 bis 2020 war Prof. Meier ärztlicher Direktor und stellvertretender Spitaldirektor am Universitätsspital Basel, wo er mit seinem Team u.a. «Value-based Health Care» und «PROMs» einführte. Vorher war er Leiter des Departementes für Innere Medizin und Spezialdisziplinen am Triemli Spital in Zürich (2006-2016) und Leiter der Abteilung für Endokrinologie (2001-2006) und des Labors für Molekulare Endokrinologie (1992-2006) am Universitätsspital Genf, wo er noch heute Fakultätsmitglied ist. Prof. Meier hat in Basel studiert und absolvierte seine klinische Ausbildung am Universitätsspital Genf sowie dem Massachusetts General Hospital (Boston, MA) neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an den National Institutes of Health (Bethesda, MD), dem Brigham and Women's Hospital (Boston, MA) und der Universität Genf.

Kontakt: ChristophAndreas.Meier@usz.ch

Anna Martin-Niedecken

Dr. Anna Martin-Niedecken leitet das Institut für Designforschung an der Zürcher Hochschule der Künste und ist CEO & Gründerin des Fit-Tech-Startups Sphery. Sie hat einen sportwissenschaftlichen Hintergrund und eine starke Expertise in Design- und Game/HCI-Forschung - insbesondere im Bereich Gesundheit.

Kontakt: anna.martin@zhdk.ch

Bild G. Schneider

Gerold Schneider

Gerold Schneider ist Privatdozent, Forscher und Informatiker am Institut für Computerlinguistik an der Universität Zürich. Er promovierte über Large-Scale Dependency Parsing und habilitierte sich über den Einsatz von Computermodellen in der Korpuslinguistik. Seine Forschungsinteressen umfassen Korpuslinguistik, kognitive Linguistik, statistische Ansätze, Digital Humanities, Lernersprache, Text Mining, automatische Inhaltsanalyse und Sprachmodellierung. Er hat über 120 Artikel zu diesen Themen und ein Buch über Statistik für Linguist:innen veröffentlicht. Gerold Schneider leitet das Text Crunching Center, eine Universitätsplattform, die Dienstleistungen in den Bereichen Textverarbeitung und Digital Humanities anbietet.

Kontakt: gschneid@ifi.uzh.chtcc@cl.uzh.ch

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