Digital Democracy Lab

Die Digitalisierung beeinflusst die Demokratie in zunehmendem Masse und in verschiedenen Bereichen gleichzeitig. Zum einen verändert die Digitalisierung die Strategien der politischen Mobilisierung und Kampagnenführung und erweitert die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, an der Politik teilzunehmen, wobei der zunehmende Einfluss von Social Media in der Verbreitung von Informationen die politische Polarisierung ausprägt und die sachliche Basis der Entscheidungsfindung in Frage stellt. Zum anderen bietet die Digitalisierung der Verwaltung neue Möglichkeiten für Automatisierung und Rationalisierung mittels Informations- und Kommunikationstechnologien, welche gleichzeitig auch grosse organisatorische und politische Herausforderungen mit sich bringen. Darüber hinaus bedroht die Digitalisierung klassische Arbeitsplätze der Mittelklasse und führt zu wachsender politischer Polarisierung zwischen den Gewinnern und Verlierern dieses Prozesses. Letztlich setzt die Digitalisierung autoritäre Regime unter Druck, indem Informationstechnologien das kollektive Handeln und die Verbreitung von Protesten erleichtern. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung autoritären Regimen neue Mittel für die Überwachung und Repression zur Verfügung.

Das Digital Democracy Lab unterstützt wissenschaftliche Forschung zu diesen Themen. Das Digital Democracy Lab hat zwei Komponenten: das Computational Social Science Hub und die d-Dem Plattform. Das Computational Social Science Hub ist eine Infrastruktur, um einerseits verschiedene Typen von "big data" wie Social Media und grosse Mengen von Texten zu erheben und auszuwerten, und andererseits Meinungsforschung anhand von einem neuen Online-Panel durchzuführen. Das zweite Element ist die d-Dem Plattform, welche sich auf das Computational Social Science Hub stützt. Sie verfolgt die Entwicklung und Ausbreitung von politischen Debatten online und offline und stellt die Auswertungen in einem Format für die Öffentlichkeit zugänglichen und ansprechenden Format dar, mit einem Fokus auf die nationalen Wahlen 2019.

Beteiligte Forschende und Projektpartner

  • Prof. Dr. Fabrizio Gilardi
  • Prof. Dr. Anita Gohdes
  • Prof. Dr. Lucas Leemann

Finanzierung

  • Schweizerischer Nationalfonds

Kontakt

Fabrizio Gilardi