DSI Fellows

Das Fellowship-Programm der UZH Digital Society Initiative bezweckt die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Universität Zürich zu allen Fragen der Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft und Wissenschaft.

DSI Fellows

Prof. Dr. Naomi Baron

Die international renommierte Linguistin und Expertin für digitale Kommunikation und Bildung, Professorin Naomi Baron (Professor Emerita, Department of World Languages and Cultures, an der American University in Washington DC), wird vom 16. bis 29. Oktober 2019 als DSI Fellow an der UZH sein. Sie wird Vorträge und Input-Referate zu ihrem aktuellen Forschungsgebiet halten, also zum digitalen Lesen im Vergleich zum Lesen auf Papier und allgemeiner über die Auswirkungen der Online-Kommunikation auf den Alltag der Menschen. Ferner wird sie Doktoranden im Bereich der digitalen Kommunikation und Interaktion im Rahmen des UFSP Sprache und Raum und UFSP-Forschenden allgemein Impulse zu Forschungsvorhaben im Bereich der digitalen Kommunikation geben.

Webseite: Prof. Dr. Naomi Baron

Dr. George Bruseker

Dr. George Bruseker ist von April bis November 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:

Semantische Grundlagen für die Integration kunsthistorischer Daten
Das  Projekt ist der konzeptuellen Modellierung von Forschungs- und Bestandsdaten im Bereich der Kunst-und Architekturgeschichte gewidmet. Am Beispiel gebauter Architektur werden grundlegende Referenzmodelle erarbeitet, um kunsthistorische Daten semantisch anreichern und sie so im globalen Linked Open Data Netzwerk nachnutzen zu können. Das Projekt nimmt sich somit jenen Herausforderungen und Entwicklungen an, die sich den Digital Humanities aktuell stellen, insbesondere im Bereich digitaler Bildwissenschaften und Kunstgeschichte. Die Bereitstellung qualitativ hochstehender semantischer Daten durch Forschungseinrichtungen, sowohl für die weiterführende Forschung als auch für eine breite Öffentlichkeit, setzt die Anwendung international anerkannter, konzeptueller Datenmodelle für die Repräsentation und Abfrage von Daten voraus. Ausgehend von der Analyse grundlegenden Paradigmen und Methoden der Disziplin werden konzeptuelle Referenzmodelle erarbeitet, die eine adäquate Repräsentation disziplin-spezifischen Wissens erlauben. Das vorliegende Projekt wird die benötigten Referenzmodelle für die semantische Repräsentation komplexer Wissenszusammenhänge im Fach Kunstgeschichte erarbeiten. Durch den Fokus auf das Teilgebiet Architektur können einerseits gattungsspezifische Herausforderungen untersucht werden (u.a. die Komplexität gebauter Werke und deren Veränderungen im Lauf der Zeit), andererseits deckt die Fragestellung grundlegende interdisziplinäre Aspekte der Forschung und dringende Desiderate in der digitalisierten Gesellschaft ab (Dokumentation von Kulturgütern). Ziel des Projektes ist es, allgemein nutzbare und nachhaltige Konzept und Referenzmodelle für die künftige Datenmodellierung im Bereich Kunstgeschichte sowie verwandten Disziplinen zu erarbeiten.

Webseite: Dr. George Bruseker

Dr. Moritz Büchi

Dr. Moritz Büchi ist von August 2019 bis Juli 2020 DSI Fellow und befasst sich mit dem Thema digitales Wohlbefinden:

Welche Rolle spielt die Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien für ein «gutes Leben»?

Ziel des Fellowships ist die Entwicklung eins soziotechnisches Frameworks für digital well-being – persönliches Wohlbefinden in einem sozialen Umfeld, das durch die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche und durch ein ständiges Überangebot an digitalen Informations- und Kommunikationsoptionen gekennzeichnet ist. Das Framework kann empirische Forschung anleiten, die sich mit der Frage beschäftigt, wie Menschen digitale Informations- und Kommunikationstechnologien so in ihren Alltag integrieren, dass sie die Erreichung persönlicher Ziele ermöglichen und unterstützten, anstatt zu beeinträchtigen. Das Projekt hat seine Wurzeln in der Kommunikationswissenschaft und untersucht die oft gleichzeitig auftretenden Nutzen und Risiken des Online-Verhaltens.

Website: Dr. Moritz Büchi

Dr. Linda Di Geronimo

Dr. Linda Di Geronimo ist von Mai bis August 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:

Dark Patterns (DPs) sind Benutzeroberflächen, die die Benutzer dazu verleiten, etwas zu tun, was sie nicht beabsichtigen. Unerwünschte Elemente in den Warenkorb zu legen, Benutzer zu manchmal teuren Abonnements hinzuzufügen oder doppelte Negative in Kontrollkästchen zu verwenden, sind nur einige der vielen DPs, die online gefunden werden können. Es gibt zwar auch Fälle, in denen Designer diese Muster nicht absichtlich einführen, sondern aus Unerfahrenheit und fehlenden Benutzertests, aber oft geschieht dies aus klaren bösartigen Absichten.

DPs senken nicht nur die Benutzerfreundlichkeit drastisch, sondern können auch dazu führen, dass Benutzer personenbezogene Daten übermäßig teilen. Obwohl die Auswirkungen von DPs auf unsere Gesellschaft eindeutig relevant sind, gab es in der Forschungsgemeinschaft wenig Anstrengungen, wie dieses Problem am besten angegangen werden kann. Auch wenn das Konzept der Dark Patterns nicht neu ist, muss noch eine rigorose Untersuchung über ihr Ausmaß und ihre Auswirkungen auf den Benutzer durchgeführt werden.

Während meines DSI Fellowships möchte ich diese Lücken schließen, indem ich eine Reihe von ethischen Designrichtlinien aufstelle, um Anwender und Designer zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, plane ich, zunächst eine detaillierte Analyse der bekanntesten Web- und Mobile-Anwendungen zur Suche nach DPs durchzuführen. In einem zweiten Schritt plane ich die Einbindung von Designern durch Online-Umfragen und teilstrukturierte mündliche Interviews. Die Ergebnisse dieser Phase werden uns mehr Einblicke in die Sichtweise der Designer auf DPs, die möglichen Gründe für ihre Einführung und ihre Meinung zum ethischen Aspekt von bösartigen Designs in modernen Anwendungen geben. Ausgehend von den Erfahrungen der ersten beiden Phasen plane ich schließlich, eine Liste von Gestaltungsrichtlinien für eine ethischere digitale Benutzererfahrung zu erstellen.

Webseite: Dr. Linda Di Geronimo

Prof. Dr. Martin Dusinberre

Martin Dusinberre wird als DSI Fellow im Herbstsemester 2019 an seinem kurz vor dem Abschluss stehenden Digital History Projekt, gefördert durch den Schweizerischen Nationalfond, arbeiten.

Lives in Transit ist ein Tool um Global History im digitalen Zeitalter sowohl zu erzählen als auch zu unterrichten. Es bietet Historikerinnen und Historikern ein Model, um ihre Forschung in Form eines ernsthaften Games zu präsentieren. Das Game selber simuliert dabei lebensechte Forschungserfahrungen für BA- und MA-Studierende. Im Gegensatz zu konventionellen akademischen Formaten wie dem Essay, dem Kapitel oder der Monografie erlaubt das Game Autorinnen und Autoren nicht-lineares Storytelling und die Erschaffung von parallelen und multidirektionalen Narrativen. Durch Gamifizierung lädt Lives in Transit ein, das Zustandekommen eines Teils von global historischer Forschung zu erfahren und innovative Wege zur Aufzeichnung und zum Mapping des kreativen Prozesses auszuprobieren. Zur gleichen Zeit werden die Spielenden zur Reflektion über die Art und Weise des Forschungsprozesses in einer digitalen Welt ermutigt. Mit dem starken Fokus auf die heutige akademische Forschungsumgebung zeigt es auch die ungleiche Verteilung von Forschungsmitteln und sogar Online-Quellen auf; allesamt Probleme, die auch Teil grösserer Debatten über den Zugang zur „Digital Society“ sind. Lives in Transit ist ein Open Source Projekt und das Resultat einer langen Kollaboration zwischen Professor Dr. Dusinberre, der Abteilung S3IT der Universität Zürich und privaten Partnerfirmen. Der Prototyp wurde 2017 entwickelt und getestet; das Game selber wurde im Herbst 2019 getestet und soll im Frühling 2020 an den Start gehen.

Webseite: Prof. Dr. Martin Dusinberre

Dr. Sarah Ebling

Dr. Sarah Ebling ist von Januar bis September 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:

Auf dem Weg zur automatischen Textvereinfachung für Deutsch

Während die digitale Transformation für viele Menschen einen positiven Wandel bewirkt hat, hat sie auch zusätzliche Barrieren geschaffen. So stellt beispielsweise die Tatsache, dass durch die Digitalisierung immer mehr Informationen in schriftlicher Form vermittelt werden, ein Hindernis für Menschen mit eingeschränkter Lesefähigkeit dar. Eine vereinfachte Sprache kann diesen Personen den Zugang zu Informationen und Kommunikation ermöglichen. Vereinfachte Sprache zeichnet sich durch reduzierte lexikalische und syntaktische Komplexität, das Hinzufügen von Erklärungen für schwierige Wörter und ein klar strukturiertes Layout aus.

Ziel dieses DSI Fellowship Projekts ist es, die Entwicklung eines automatischen Textvereinfachungssystems für das Deutsche zu erforschen, das maschinelle Übersetzung verwendet und auf einem parallelen Textkorpus in Deutsch/Vereinfachtem Deutsch basiert.

Webseite: Dr. Sarah Ebling

Dr. Alfred Früh

Dr. Alfred Früh ist von Januar bis Dezember 2019 DSI-Fellow und arbeitet am Thema "Transparenz in der digitalen Wirtschaft". Transparenz ist zu einem Schlüsselbegriff in der Rechtsberatung über die neuen Phänomene der digitalen Wirtschaft wie Plattformen, künstliche Intelligenz und verteilte Ledger-Technologie geworden. Es ist zwar offensichtlich, dass die Auswirkungen der Transparenz nicht eindeutig sind, aber ihr normativer Inhalt bleibt undurchsichtig. Es ist auch sehr unklar, wie sich Transparenz auf bestehende rechtliche und technische Konzepte überträgt. Das Projekt geht auf diese Fragen ein und zielt letztlich darauf ab, festzustellen, wie viel Transparenz unter bestimmten Umständen wünschenswert ist und welche rechtlichen und technischen Mittel eingesetzt werden können, um ein angemessenes Maß an Transparenz zu gewährleisten.

Webseite: Dr. Alfred Früh

Prof. Dr. Fabrizio Gilardi

Während des DSI-Fellowships von Januar bis Dezember 2019 wird Fabrizio Gilardi am Aufbau eines Digital Democracy Lab an der Universität Zürich arbeiten. Das Digital Democracy Lab wird die computergestützte sozialwissenschaftliche Forschung über die Auswirkungen der digitalen Technologie auf die Demokratie unterstützen. Es wurde im September 2018 an der Universität Zürich von Fabrizio Gilardi, Anita Gohdes und Lucas Leemann mit grosszügiger Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds gegründet. Das Digital Democracy Lab besteht aus zwei Komponenten: dem Computational Social Science Hub und der d-Dem-Plattform. Der Computational Social Science Hub ist eine Infrastruktur zum Sammeln, Speichern, Verarbeiten und Analysieren von Text- und Social Media-Daten sowie zur Befragung von Response-Daten über ein Online-Panel. Es unterstützt die Datenerfassung und -analyse für die wissenschaftliche Forschung. Die Plattform d-Dem verfolgt politische Debatten und Meinungen online und offline und präsentiert Analysen in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Format. Aufgrund der Art der Finanzierung wird sich das Digital Democracy Lab kurzfristig (2018-2019) vor allem auf die Schweiz konzentrieren. Mittelfristiges Ziel ist es, das Digital Democracy Lab als führendes Forschungszentrum für die Erforschung der Interaktion zwischen digitaler Technologie und Politik zu etablieren.

Webseite: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi

Prof. Dr. Christian Hauser

Prof. Dr. Christian Hauser arbeitet von Juni bis Dezember 2019 an der DSI und arbeitet an folgendem Projekt:

In der Kommunikations- und Medienwissenschaft beschreibt Framing den Prozess, mit dessen Hilfe Themen und Ereignisse in Interpretationsmuster eingeordnet werden. Gemäss Entman (1993) erfüllen Frames zwei Funktionen. Zum einen dienen sie dazu, bestimmte Aspekte der Realität auszuwählen und zum anderen sollen diese Aspekte in der Kommunikation mit bestimmten Problemdefinitionen, Interpretationen, moralischen Bewertungen oder Handlungsanweisungen verbunden werden.
Seit einigen Jahren steht der Begriff «Big Data» stellvertretend für die einschneidenden Veränderungen, die die zunehmende Durchdringung der Gesellschaft mit digitalen Technologien mit sich bringt. Eine präzise Definition des Begriffs gibt es zwar noch nicht. Er verdeutlicht aber, dass heutzutage auf einfache Weise grosse Mengen sehr unterschiedlicher Daten erfasst, gespeichert und analysiert werden können. Nicht nur Computer, Smartphone und tragbare Sensoren, sondern auch Autos, Haushaltsgeräte, Maschinen und Gebäude generieren dank eingebetteter Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) routinemässig eine grosse Menge an Daten.
Das Projekt geht der Frage nach, welche Frames in Schweizer und US-amerikanischen Zeitungen in der Debatte über das Thema «Big Data» verwendet werden. Hierzu werden die Chancen und Risiken identifiziert, die in den Zeitungsdiskursen in der Schweiz und den USA mit dem Thema «Big Data» verbunden und kommunikativ dargestellt werden. Hierbei sollen zum einen die Unterschiede herausgearbeitet werden, die in den Zeitungsdiskursen der beiden Länder bestehen und zum anderen soll beleuchtet werden, wie sich die Frames zu «Big Data» in den zurückliegenden Jahren verändert haben. Ferner soll untersucht werden, welche Unternehmen und Branchen die Berichterstattung zu «Big Data» prägen und wie die unternehmerische Anwendung von «Big Data» ethisch bewertet wird.

Webseite: Prof. Dr. Christian Hauser

Prof. Dr. Christoph Heitz

Prof. Dr. Christoph Heitz ist von April 2019 bis März 2020 DSI Fellow. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Entwicklung von datenbasierten Algorithmen zur Entscheidungsunterstützung, vor allem für Managemententscheidungen und in der datengestützten Gestaltung von Kundenbeziehungen. Mit diesem fachlichen Hintergrund arbeitet er gemeinsam mit Ethikern des DSI im Bereich Algorithmic Fairness und der Ethik der kommerziellen Datennutzung. 

Beim Thema Algorithmic Fairness geht es um Algorithmen, die beispielsweise individualisierte Versicherungsprämien berechnen, personalisierte Informationsversorgung gestalten, predictive policing steuern, oder Bewerberselektion mittels künstlicher Intelligenz realisieren. Solche Algorithmen werden heute in zunehmendem Masse eingesetzt, und sie greifen damit spürbar in das soziale Gefüge ein. 

Die Fragestellung des DSI-Projektes ist: Wie können Algorithmen konstruiert werden, die die den ethischen Erwartungen an Fairness, Gerechtigkeit und Nicht-Diskriminierung von Kunden, Mitarbeitern und Gesellschaft entsprechen? Die Beantwortung dieser Frage erfordert eine Kombination von ethischem Diskurs (Was genau meinen wir, wenn wir von Fairness oder Gerechtigkeit sprechen?) und Technologie (Wie baut man faire Entscheidungsalgorithmen? Wie kann Fairness-by-Design technisch realisiert werden?).  

Im etwas allgemeineren Kontext von Datenethik geht es um die Entwicklung von ethischen Richtlinien für die kommerzielle Nutzung von Daten im Rahmen von datenbasierten Dienstleitungen. 

Video auf Youtube

Webseite: Prof. Dr. Christoph Heitz

Dr. Markus Kneer

Dr. Markus Kneer ist im Herbstsemester 2019 und Frühlingssemester 2020 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:

Grundlegende psychologische Dispositionen in der Mensch-Roboter-Interaktion

An der DSI leiste ich empirische Arbeiten zu grundlegenden psychologischen Dispositionen in Kontexten, in denen Menschen mit autonomen künstlichen Agenten (und nicht mit anderen Menschen) interagieren. Die drei unabhängigen, aber nicht untrennbaren Stränge dieser Forschung betrachten (i) die Zuschreibung moralischer Verantwortung in der Mensch-Roboter-Interaktion, (ii) Merkmale des Vertrauens in und des Verlassens auf autonome künstliche Agenten sowie (iii) normative Erwartungen an autonome künstliche Agenten, beispielsweise in Kontexten der Kommunikation. Die oben genannten Themen werden in verschiedenen kulturellen Kontexten und Sprachen behandelt. 

Webseite: Dr. Markus Kneer

PD Dr. Birte Platow

PD Dr. Birte Platow ist von Januar bis Dezember 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen: 

Anthropomorphe Übertragungen als Konstitutivum der Begegnung von Mensch und künstlicher Intelligenz

Wie nehmen Individuen sich selbst wahr im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, und wie verhalten sie sich in der Folge? Das ist die zentrale Frage meines Fellow-Projekts "Anthropomorphe Übertragungen als Konstitutivum der Begegnung von Mensch und künstlicher Intelligenz", das ich bei der DSI im interdisziplinärem Austausch unter optimalen Bedingungen verwirklichen darf.

Anlass meiner Forschung ist die Beobachtung, dass sich in der Begegnung von Mensch und Künstlicher Intelligenz implizit und unbewusst der traditionelle Referenzrahmen anthropologischer Beschreibungen vom Menschen verändert, die Selbstbilder und das ihnen korrespondierende Verhalten des Menschen also durch neue Bezugspunkte bestimmt werden. In dem Maße, wie das Individuum zunehmend digital repräsentiert wird, werden Mensch und KI nämlich zu komplementär aufeinander bezogenen Größen eines einzigen und meist funktional bestimmten Bezugssystems.

Auf Basis einer qualitativ-empirischen Studie möchte ich idealtypische Begegnungssituationen zwischen Mensch und KI sowie die in diesen Situationen erkennbar werdenden Muster und Strategien der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung von KI beschreiben. Die Erkenntnisse und weiterführenden Fragen, die sich aus dieser Studie ergeben, deute ich als Theologin vor dem Hintergrund christlicher Anthropologie, um so ggf. einen Beitrag zur Frage zu leisten, welche Ethik wir brauchen in einer Zukunft, in der die Bedeutung und Reichweite von KI noch deutlich größer sein wird als heute.  

Webseite: PD Dr. Birte Platow

Dr. Mike Stuart

Dr. Mike Stuart wird von Februar bis August 2019 bei der DSI zu Gast sein und an einem Projekt mit dem Titel "How to Hold Machines Responsible for their Actions" arbeiten.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die rechtliche Verantwortung auf autonome künstliche Agenten (KAAs) zu übertragen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ein Niveau der Autonomie erreichen, das sich der tierischen oder menschlichen Ebene nähert, an dem wir sie vielleicht (zumindest teilweise) für ihre Handlungen verantwortlich machen wollen. Damit ein KAA rechtlich verantwortlich ist, muss er über eine mens rea oder "Wissen vom Zweck" verfügen; er muss im Voraus wissen, was die Folgen seiner Handlungen sein werden. Aber die genaue Natur dieses erkenntnistheoretischen Zustandes ist noch recht vage. Benötigen wir zum Beispiel wirklich Wissen (im Sinne der Philosophen), oder wäre ein Zustand, der in Abstufungen kommt (wie Verständnis oder Bewusstsein), vorzuziehen? Mein Projekt wird umfragebasierte Methoden verwenden, um zu bestimmen, was der relevante epistemologische Zustand ist, und dann auf bestehende Arbeiten in der Epistemologie zurückgreifen, um zu identifizieren, welche anderen Merkmale KAAs besitzen müssen, um in diesem epistemologischen Zustand zu stehen. Zum Beispiel, ein solches Merkmal, von dem ich erwarte, dass es notwendig sein wird, ist die Phantasie. Die Zusammenarbeit mit KI-Profis, um festzustellen, ob und wie KAAs in der Lage sein werden, solche Funktionen zu implementieren (oder annähernd), ist der letzte Teil meines Projekts.

Webseite: Dr. Mike Stuart

Dr. Lonneke van der Plas

Lonneke van der Plas, Senior Lecturer für Human Language Technology am Institute of Linguistics and Language Technology der Universität von Malta, wird im Wintersemester 2019 als DSI Fellow an der UZH sein.

Dr. van der Plas ist eine international anerkannte Forscherin auf dem Gebiet der automatischen semantischen Analyse und forscht zu Themen wie semantische Netzwerke, flache Semantik und Mehrwortausdrücke. Als DSI Fellow wird Dr. van der Plas Forschung zur sprachlichen Kreativität betreiben, basierend auf den Daten aus mehreren nicht-standardsprachlichen Korpora des UFSP Sprache und Raum und der UZH allgemein. Dieses Fellowship wird es den Forschern des UFSP Sprache und Raum und anderen Interessierten ermöglichen, neue Forschungsfragen und die damit verbundene Methodik durch gemeinsame Arbeit und Austausch mit Dr. van der Plas zu entwickeln. Neben diesen Kooperationen wird es auch Vorträge und Tutorials zu den Forschungsthemen von Dr. van den Plas geben.

Webseite: Dr. Lonneke van der Plas

 

 

DSI Projekte

Bingjie Cheng

Webseite: Bingjie Cheng

 

 

PD Dr. Markus Christen

Webseite: PD Dr. Markus Christen

 

 

Armand Kapaj

Webseite: Armand Kapaj

 

Dr. Michele Loi

Webseite: Dr. Michele Loi

 

Dr. Sara Maggi

Webseite: Dr. Sara Maggi

 

Dr. Ian Ruginski

 

 

Dr. Eleonora Viganò

 

 

DSI Direktorium

Prof. Dr. Abraham Bernstein

Prof. Dr. Sara Irina Fabrikant

Prof. Dr. Mike Martin

Gesundes Altern

Unser Ziel ist ein kontextualisierbares Gesamtbild der Gesundheit und Lebensqualität im Alter zu haben. Neu ermöglicht hier die Digitalisierung eine preiswerte und innovative Erweiterung des Lebensqualitäts- und Gesundheits-Monitoring. Die bisherigen Daten sind arm an situativen und kontextbezogenen Informationen, und werden relativ selten erfasst. Um die im WHO-Modell des «Gesunden Alterns» (2016) zentrale funktionale Fähigkeit einzelner Personen systematisch und flächendeckend als Versorgungsziel überhaupt umzusetzen, benötigt es dichte Beobachtungen im realweltlichen Kontext. Dies erfordert eine Investition in eine Forschungsinfrastruktur für verantwortliche Gesundheitsforschung mit hohen Datendichten, in digitale Kompetenzen älterer Menschen zur Nutzung ihrer Gesundheitsdaten und in transdisziplinäre Forschungsgruppen aus Gesundheits-, Technik-, Rechts- und Kontext-/Geistes-WissenschaftlerInnen zur Erschliessung kausaler Zusammenhänge zwischen den erfassten Informationen. Diese Kausalmodelle sind Voraussetzung zur Reduzierung von Versorgungskosten im Bereich koordinationsintensiver Erkrankungen allein von Hunderten Millionen Schweizer Franken jährlich. 

 

Partizipative Gesundheitsforschung

Mit der Digitalisierung und Open Science stehen immer mehr Informationen immer mehr Menschen in der Bevölkerung für Gesundheitsentscheidungen zur Verfügung. Kompetenzen zur Auswahl und kritischen Bewertung von Forschungsergebnissen müssen damit auch bei allen in der Gesellschaft verfügbar sein. Die Schaffung von Rahmenbedingungen für die partizipative Bewertung, Konzeption und Durchführung von Gesundheitsforschungsprojekten verfolgen wir in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gerontologie und dem UZH/ETH-Citizen Science Center Zurich.

 

Webseite: Prof. Dr. Mike Martin

Prof. Dr. Florent Thouvenin

Prof. Dr. Claudia Witt

 

 

Ehemalige DSI Fellows

Prof. Dr. Thomas Friemel

Prof. Dr. Thomas Friemel arbeitete im FS18 und HS18 an der DSI an 3 Projekten:

Communicative Challenges in Digital Societies

Sowohl die öffentliche als auch die private Kommunikation haben sich durch die Digitalisierung entscheidend verändert. Die Ringvorlesung der Digital Society Initiative in Zusammenarbeit mit dem IKMZ thematisierte aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven die wichtigsten Chancen und Herausforderungen, welche sich für die Gesellschaft durch diese Veränderungen ergeben. Diskutiert wurde unter anderem, welchen Einfluss neue Formen von Online-Propaganda und Fake News auf politische Debatten haben, wie sich Online-Plattformen juristisch regulieren lassen, mit welchen Strategien sich Medienunternehmen in den veränderten Marktbedingungen behaupten können, wie Kinder und Jugendliche einen positiven Umgang mit dem Internet erlernen und inwiefern Roboter helfen können, Personen mit Behinderung am sozialen Austausch teilnehmen zu lassen. Thematisiert wurde aber auch der Einfluss der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Forschung. Digitale Spuren der Internetnutzung und elektronische Geräte wie das Smartphone ermöglichen den Forschern neuartige Einblicke in das Kommunikations- und Beziehungsverhalten der Menschen. Gleichzeitig sind diese Datenquellen mit zahlreichen Problemen verbunden, welche von ethischen und juristischen Aspekten bis hin zur Frage reichen, wofür die digitalen Spuren überhaupt stehen. Alle Vorträge der DSI-Ringvorlesung wurden gefilmt und sind auf der DSI-Website abrufbar. 

Protection of Children Online

Vor dem Hintergrund der sich zunehmend entwickelnden digitalen Landschaft und der damit verbundenen Risiken für Kinder und Jugendliche tauschten sich 60 Experten aus der ganzen Welt zu Fragen wie z.B. “welche neuen Online-Risiken entstehen in einer digitalen Landschaft“ oder „welche kritischen digitalen Fähigkeiten sind erforderlich, um das Risikobewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu stärken“. Im Workshop wurden die Grundlagen diskutiert, auf denen die neuen Empfehlungen der OECD aufbauen sollen. 

Digital Health Communication

Sowohl Kommunikation als auch Gesundheit wurden im Rahmen der DSI als relevante Challenge Areas identifiziert. Dies deutet darauf hin, dass an der UZH zum einen die notwendige kritische Masse an Wissenschaftlern und zum anderen ein strategisches Interesse besteht, in diesen Feldern eine führende Rolle zu übernehmen. Das erklärte Ziel der DSI ist es, nicht nur die Forschung und interdisziplinäre Kooperation an der UZH zu stimulieren, sondern die daraus entstehende Expertise auch in die Gesellschaft zu vermitteln und den Praxistransfer zu unterstützen. Die Entwicklung eines CAS in Digital Health Communication hat genau dies zum Ziel. Die Identifizierung und Spezifizierung relevanter Themenbereiche und der darin bestehenden Expertise an der UZH wird zum einen die Vernetzung der Forschenden verstärken. Zum anderen wird durch die Vermittlung des Knowhows ein Beitrag für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft geleistet und die führende Rolle der UZH dabei verdeutlicht.

Webseite: Prof. Dr. Thomas Friemel

Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães

Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães war im August 2018 als DSI Fellow an der UZH zu Gast, um mit Dr. med. Dominik Ettlin zusammenzuarbeiten.

DSI Fellowships zur portugiesischen Übersetzung der web-basierten interdiszipli-nären Symptom Evaluation1 (WISE) und damit zur Förderung der transkulturellen Sammlung von „big data“ zum besseren Verständnis von Risikofaktoren für oro-faziale Schmerzen

Die patientenorientierte Erfassung von Behandlungsresultaten (“outcome measures“) wird in di-versen medizinischen Bereichen zunehmend wichtiger. Der Bedarf einer umfassenden Einschät-zung von Schmerzpatienten wird u.a. durch das wegweisende Bundesgerichtsurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 unterstrichen. Es verlangt von der Ärzteschaft, dass bei der Einschätzung des funktionellen Schweregrads von unklaren Beschwerdebildern psychosoziale und soziokulturelle Faktoren vermehrt berücksichtigt werden. Unsere Gruppe hat kürzlich ein web-basiertes Instru-ment zur strukturierten interdisziplinären Befragung von Personen mit Schmerzerkrankungen entwickelt . Gegenüber Papierfragebögen ermöglicht die moderne Informationstechnologie, Be-fragungen gemäss Konzepten des “computerized adaptive testing” (CAT) aufzubauen. Dabei kön-nen symptomorientierte Checklisten (qualitative Symptomerfassung) bedarfsabhängig mit weiter-führenden Fragebögen zur quantitativen Symptomerfassung gekoppelt werden („case-finding in-struments“). Die WISE ermöglicht Klinikern eine erste Einschätzung der Symptombelastung. Gleichzeitig liefert sie mittels valider Fragbögen und auf Basis automatisierter Algorhythmen Hinweise auf abklärungsbedürftige Verdachtsdiagnosen im somatischen und psychischen Bereich. Nebst dieser personalisierten Triage können anonymisierte Daten für Forschungszwecke gespei-chert werden. Das Instrument ermöglicht eine personalisierte Medizin, erleichtert die interprofessi-onelle Ausbildung und Zusammenarbeit und unterstützt multizentrische Studien.

Mittlerweile haben fast 1‘000 Patienten der interdisziplinären Schmerzsprechstunde (Leitung PD Dr. Dr. D. Ettlin) am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich vor ihrer Erstkonsultation die WISE ausgefüllt. Die Datenanalyse im Rahmen von Forschungsprojekten läuft und Manuskripte sind bei wissenschaftlichen Zeitschriften eingereicht oder in Vorbereitung. Um die Übersetzung der WISE zur Anwendung auch in Brasilien und Portugal zu ermöglichen, hat das DSI Direktori-um den beiden Fellows Prof. Antônio Sérgio Guimarães (Universität Leopoldo Mandic in Campi-nas, Brasilien) und Prof. Miguel Gonçalves Meira e Cruz (Universität von Lissabon, Portugal) im August 2018 Kuraufenthalte in Zürich ermöglicht. Mit eigener Finanzierung kam Prof. Kanokporn Bhalang (Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand) hinzu. Das Dreier Team arbeitete während 7 Tagen intensiv an der Übersetzung der Software und die Übersetzungsarbeiten  konn-ten entsprechend im vorgegebenen Zeitrahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Nach getaner Arbeit gesellten sich die Familienmitglieder dazu (Foto). 

Team orofacial painLinks nach rechts: S. Guimaraes, Ray (Ehemann von N. Bhalang), Maria (Tochter von M. Meira e Cruz), Ruth (Mutter von M. Meira e Cruz), M. Meira e Cruz, N. Bhalang, D. Ettlin 

Webseite: Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães

Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz

Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz hat Zürich und die DSI im August 2018 besucht, um mit Dr. med. Dominik Ettlin zusammenzuarbeiten.

DSI Fellowships zur portugiesischen Übersetzung der web-basierten interdiszipli-nären Symptom Evaluation1 (WISE) und damit zur Förderung der transkulturellen Sammlung von „big data“ zum besseren Verständnis von Risikofaktoren für oro-faziale Schmerzen

Die patientenorientierte Erfassung von Behandlungsresultaten (“outcome measures“) wird in di-versen medizinischen Bereichen zunehmend wichtiger. Der Bedarf einer umfassenden Einschät-zung von Schmerzpatienten wird u.a. durch das wegweisende Bundesgerichtsurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 unterstrichen. Es verlangt von der Ärzteschaft, dass bei der Einschätzung des funktionellen Schweregrads von unklaren Beschwerdebildern psychosoziale und soziokulturelle Faktoren vermehrt berücksichtigt werden. Unsere Gruppe hat kürzlich ein web-basiertes Instru-ment zur strukturierten interdisziplinären Befragung von Personen mit Schmerzerkrankungen entwickelt . Gegenüber Papierfragebögen ermöglicht die moderne Informationstechnologie, Be-fragungen gemäss Konzepten des “computerized adaptive testing” (CAT) aufzubauen. Dabei kön-nen symptomorientierte Checklisten (qualitative Symptomerfassung) bedarfsabhängig mit weiter-führenden Fragebögen zur quantitativen Symptomerfassung gekoppelt werden („case-finding in-struments“). Die WISE ermöglicht Klinikern eine erste Einschätzung der Symptombelastung. Gleichzeitig liefert sie mittels valider Fragbögen und auf Basis automatisierter Algorhythmen Hinweise auf abklärungsbedürftige Verdachtsdiagnosen im somatischen und psychischen Bereich. Nebst dieser personalisierten Triage können anonymisierte Daten für Forschungszwecke gespei-chert werden. Das Instrument ermöglicht eine personalisierte Medizin, erleichtert die interprofessi-onelle Ausbildung und Zusammenarbeit und unterstützt multizentrische Studien.

Mittlerweile haben fast 1‘000 Patienten der interdisziplinären Schmerzsprechstunde (Leitung PD Dr. Dr. D. Ettlin) am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich vor ihrer Erstkonsultation die WISE ausgefüllt. Die Datenanalyse im Rahmen von Forschungsprojekten läuft und Manuskripte sind bei wissenschaftlichen Zeitschriften eingereicht oder in Vorbereitung. Um die Übersetzung der WISE zur Anwendung auch in Brasilien und Portugal zu ermöglichen, hat das DSI Direktori-um den beiden Fellows Prof. Antônio Sérgio Guimarães (Universität Leopoldo Mandic in Campi-nas, Brasilien) und Prof. Miguel Gonçalves Meira e Cruz (Universität von Lissabon, Portugal) im August 2018 Kuraufenthalte in Zürich ermöglicht. Mit eigener Finanzierung kam Prof. Kanokporn Bhalang (Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand) hinzu. Das Dreier Team arbeitete während 7 Tagen intensiv an der Übersetzung der Software und die Übersetzungsarbeiten  konn-ten entsprechend im vorgegebenen Zeitrahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Nach getaner Arbeit gesellten sich die Familienmitglieder dazu (Foto). 

Team orofacial painLinks nach rechts: S. Guimaraes, Ray (Ehemann von N. Bhalang), Maria (Tochter von M. Meira e Cruz), Ruth (Mutter von M. Meira e Cruz), M. Meira e Cruz, N. Bhalang, D. Ettlin 

Webseite: Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz

Dr. Juliane Lischka

Dr. Juliane Lischka war in den Semestern FS18 und HS18 DSI Fellow und arbeitete am Projekt "About Black Sheep and Sheeple - Deviant Agents, Counterknowledge, and the Good Information Society".

Gedanken provozierend oder Bullshit? Glaubwürdigkeitshinweise von Verschwörungstheorien

In einer Zeit epistemischer Instabilität (Harambam, 2017) sind Verschwörungstheorien ein häufiges Thema in Online-Debatten (Wood & Douglas, 2015). Verschwörungstheorien sind auf Plattformen wie YouTube leicht zu verbreiten und zugänglich und haben eine lange Online-Lebensdauer (Del Vicario et al., 2016). 

Dieses Projekt zielte darauf ab, ein Glaubwürdigkeits-Cue-Modell für Verschwörungstheorie-Videos zu entwickeln. Die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen hängt stark von den Merkmalen Quelle, Nachricht, Autor und Empfänger ab (Metzger & Flanagin, 2015). Für Videos wird der Produktionswert als eine relevante Glaubwürdigkeitsdimension angesehen (Cummins & Chambers, 2011). 

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich die Befragten in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Verschwörungstheorie weitgehend auf diese Glaubwürdigkeitshinweise beziehen, sie aber auch um zwei wirkungsbezogene Aspekte erweitern: (1) Auswirkungen auf das persönliche Nutzerverhalten und (2) Auswirkungen auf andere. In Bezug auf den ersten Aspekt argumentieren die Befragten, dass ihre Absicht, einer Verschwörungstheorie in der persönlichen Kommunikation nachzugehen oder sie zum Nachdenken anregend zu finden, ihre Glaubwürdigkeitsbewertung der Verschwörungstheorie beeinflusst. In Bezug auf den zweiten Aspekt, ist für ihre Glaubwürdigkeit-Bewertung relevant, ob die Wahrnehmung einer Verschwörungstheorie als populär und "sticky" empfunden wird. Die auf einem experimentellen Untersuchungsdesign basierenden Ergebnisse zeigen jedoch, dass beim Betrachten eines Videos einer Verschwörungstheorie lediglich die Zuverlässigkeit und der Informationswert des Hosts eine Rolle für die Glaubwürdigkeitsbewertung spielen. Das heißt, die Befragten bewerten weitgehend Verschwörungstheorien, die auf journalismusähnlichen Genauigkeitsstandards basieren. 

Darüber hinaus stehen die Zuverlässigkeit des Hosts und der Informationswert im Zusammenhang mit den Verhaltensabsichten der Befragten, wie z.B. die gemeinsame Nutzung des Videos mit einem Freund. So werden genau erscheinende Verschwörungstheorien weiter verbreitet, was ihre Online-Lebensdauer verlängert. Eine höhere Glaubwürdigkeitsbewertung von Verschwörungstheorie-Videos entspricht auch der Absicht, mehr Skepsis gegenüber Regierung und Medien zu zeigen, was auf einen Rückgang des Vertrauens in gesellschaftliche Institutionen hindeutet.

Webseite: Dr. Juliane Lischka

Dr. Julian Mausbach

Dynamische elektronische Einwilligung und De-Anonymisierung

Digitalisierung beim Einbezug von Personen und Gesundheitsdaten in die Forschung

Der erste Bereich des Projekts ist der Frage gewidmet, ob der selbstbestimmte (gewollte) Einbezug in die Forschung durch Digitalisierung des Einwilligungsprozesses günstiger gestaltet werden kann. Dabei ist inhaltlich vor allem die Dynamisierung des Prozesses Gegenstand der Untersuchung. Bezüglich formaler Gesichtspunkte wird der Fokus auf die Frage gelegt, ob der Prozess insgesamt elektronisch ausgestaltet werden kann.

Der zweite Bereich des Projekts nähert sich dem Einbezug in die Forschung sozusagen aus der Gegenrichtung. Er ist dem ungewollten Einbezug gewidmet und stellt nicht Gestaltungsmöglichkeiten, sondern Gestaltungsnotwendigkeiten aufgrund Digitalisierung in den Fokus. Konkret geht es um die Frage, ob die durch Digitalisierung mögliche De-Anonymisierung von Forschungsdaten dazu führt, dass eine re-identifizierte Person daraus Rechte ableiten kann bzw. für die Forschenden hierdurch Pflichten entstehen.

Webseite: Dr. Julian Mausbach

inside IT Artikel: Einwilligung in Forschung ist keine Einbahn­strasse!

Prof. Dr. Matthias Mehl

Prof. Dr. Matthias Mehl war im Juli 2018 zu Gast an der DSI und im UFSP Dynamik Gesunden Alterns:

Das Hauptprojekt, das ich während meines DSI Fellowships verfolgt habe, war, Wege zu finden, wie die über den uTrail gesammelten Umgebungshörproben in aussagekräftige Indikatoren für die tägliche soziale Aktivität umgewandelt werden können. Wir haben kürzlich ein Paper in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht, das zeigt, dass die einfache Metrik "Prozentsatz der Zeit im Gespräch" ein robuster Verhaltensmarker für das Wohlbefinden ist (Milek et al., 2018). In einem ersten Schritt wäre es dann wichtig, Wege zu entwickeln, um automatisch und präzise Sprachaktivitätsinformationen aus dem Umgebungsaudio zu extrahieren. Weitere interessante Indikatoren für Kandidaten könnten emotionale Ausdrücke (z.B. Lachen, Seufzen, Weinen) sein, die von den Umgebungs-Audioaufnahmen aufgenommen werden, sowie gängige tägliche Aktivitäten wie Fernsehen, Kochen und Essen, Pendeln usw. Interessanterweise ist diese Aufgabe, die derzeit die dringlichste bei der Analyse der mit dem uTrail gesammelten Daten ist, auch eine hochaktuelle Aufgabe und ein schnell voranschreitendes Forschungsgebiet im Bereich der Informatik. 

Das Gebiet der Verhaltens- und Sprachsignalverarbeitung von naturalistischen Audioaufnahmen ist dabei, sich zu einem lebendigen Forschungsgebiet zu entwickeln. In diesem Jahr veröffentlichte eine Forschergruppe um Dan Ellis, einen ehemaligen Professor an der Columbia University, der inzwischen auf Google umgestiegen ist, ein wegweisendes Handbuch, das die Computational Analysis of Sound Scenes and Events (Virtanen, Plumbley, & Ellis, 2018) als aktives Forschungsgebiet mit großem Potenzial für bedeutende wissenschaftliche Beiträge in den Bereichen Informatik und Elektrotechnik etabliert. Der Zweck dieses Feldes ist es, die Audiosignalverarbeitung auf das Niveau anderer "Geschwister"-Bereiche wie die visuelle Signalverarbeitung (z.B. Gesichts- und Objekterkennung) zu heben. Derzeit hat das Forschungsfeld Schwierigkeiten, realistische Datenquellen zu identifizieren, die von Natur aus wichtig sind und die Art von "rauschintensiven" Daten liefern, wie man sie im Alltag findet. Ein aktueller Versuch, Google AudioSet (Gemmeke, Ellis, et al., 2017), hat sich auf gesampelte Ausschnitte von YouTube-Clips konzentriert, die realistisch sind, aber wohl nur einen begrenzten, dünnen Ausschnitt des täglichen gesellschaftlichen Lebens der Menschen erfassen. Was dem Forschungsgebiet derzeit fehlt, ist (1) eine Datenbank mit naturalistischen, realitätsnahen Audioereignissen, die das gesamte Spektrum des gelebten Alltags abdeckt und mit der Computermodelle zur Klassifizierung einer Reihe von verhaltensrelevanten Schallereignissen (z.B. Reden, Lachen, Seufzen, Essen) trainiert werden können, und (2) eine Datenbank mit solchen Audioereignissen, die für "Ground Truth"-Variablen kommentiert ist. 

Mit den Daten, die derzeit über das uTrail-Gerät im Rahmen eines großen laufenden Projekts zum Thema gesundes Altern an der UFSP gesammelt werden (200 Teilnehmer tragen das Gerät 4 Wochen lang), haben wir Zugang zu einer umfangreichen Datenbank (zehntausende von Soundbites) mit realen Ambient-Audio-Clips, die repräsentativ aus dem täglichen Leben aller Teilnehmer gesampelt werden, von morgens bis abends, Montag bis Sonntag. Und im Rahmen der bestehenden langjährigen Zusammenarbeit zwischen Dr. Martin und mir steht uns eine sehr große, "ground-truth" kommentierte Datenbank mit Audiodaten zur Verfügung, die auf der fast 20-jährigen Forschung basiert, die Prof. Mehl mit der Electronically Activated Recorder (EAR)-Methode durchgeführt hat (Mehl et al., 2001; Mehl 2017). Während meines Monats als DSI-Fellow habe ich geholfen, die Grundlagen für eine Zusammenarbeit zu schaffen, die die rechnerische Analyse alltäglicher Klang- und Sprachereignisse auf die nächste wissenschaftliche Ebene bringen kann. 

Webseite: Prof. Dr. Matthias Mehl

Dr. Gianluca Miscione

Dr. Gianluca Miscione war von Dezember 2018 bis Mai 2019 DSI Fellow:

Ich war von Dezember 2018 bis Mai 2019 DSI-Fellow. Dieses Fellowship überschneidet sich mit der zweiten Hälfte meines Sabbatjahres, das ich hauptsächlich an der Universität Zürich verbrachte. Als Teil des DSI konnte ich die Forschung, die ich in Zusammenarbeit mit dem University College Dublin (meine Hauptaffiliation), der Information Management Research Group (IMRG) an der UZH und der Universität Münster entwickelt habe, erweitern. 

Meine aktuelle Forschung konzentriert sich auf Blockchain und Organisationen (Governance genauer gesagt). Ein konkreter Schritt in Richtung des DSI-Fokusbereichs "Demokratie" war somit die Entwicklung einer Literaturrecherche zu "Blockchain und Demokratie". Dieses Dokument wurde zusammen mit der umfangreichen Sammlung von Publikationen, auf deren Auswahl es beruht, allen DSI-Mitgliedern zur Verfügung gestellt und auch online über Zotero, ein kostenloses Referenzmanagementsystem, veröffentlicht. Diese Arbeit wurde auch für die Aufnahme in die Blockchain Research Network Library angenommen, der umfangreichsten Sammlung von wissenschaftlichen Arbeiten zu allen Aspekten der Blockkettenforschung. Die Begründung für die Wahl der freien Verteilung war, jedem Forscher zu helfen, der sich für dieses aufkommende Forschungsthema interessiert, und idealerweise einige möglichst gute Partner zu gewinnen. Ich würde diese Art der Verbreitung sogar für andere Ergebnisse der Aktivitäten des DSI vorschlagen.

Ein weiterer Teil meiner Fellowship widmet sich der Vernetzung innerhalb der DSI und zwischen den Organisationen. Was das erstere betrifft, so waren die DSI Fellows Meetings das perfekte Format, um tief genug in die Arbeit anderer einzutauchen und Kontakte zu knüpfen. Der Buchclub (organisiert von Prof. Hargittai) war immer sehr anregend und führte zu dieser Veröffentlichung (Hargittai E., Miscione G., (2019) "Watch Me Play: Twitch and the Rise of Game Live Streaming" im International Journal of Communication). Auch das Breakfast of Ideas war eine wertvolle Reihe von Treffen, die ich aktiv unterstützt habe, für Nachwuchswissenschaftler. Im Idealfall kann sich dies zu einem stärker konsolidierten interdisziplinären Ort für Doktoranden und Postdocs entwickeln. 

Was die Vernetzung zwischen Organisationen betrifft, so habe ich mich gefreut, einige Mitglieder der IMRG an damit verbundene Aktivitäten der DSI vorzustellen. Hoffentlich wird dies in Zukunft zu anderen Fellowships und anderen formelleren Kooperationen führen. Außerhalb der Wissenschaft wurden die Mitglieder des Inkubators Trust Square (und insbesondere ProCivis) und Crypto Valley auf die DSI und mögliche Kooperationen aufmerksam gemacht.

Nicht zuletzt wurde mit der Veröffentlichung "Der Blockchain-Hype - braucht es "Ockhams Rasiermesser"?" in der Reihe Insights der Digital Society Initiative in Inside-IT und Interviews, u.a. im Podcast The Baseline über "Währungen als Infrastrukturen", eine breitere Verbreitung von Ideen angestrebt.
Ich sehe viele mögliche Entwicklungen dieser ersten Aktivitäten. Die unmittelbarsten können sich über Kooperationen für gemeinsame Anträge auf Förderung internationaler Forschungsprojekte informieren. 

Webseite: Dr. Gianluca Miscione

Prof. Dr. Jean-Henry Morin

Prof. Dr. Jean-Henry Morin war von September bis Dezember 2018 zu Gast an der DSI und arbeitete an folgenden Themen:

Schweizer "Digital Transition" und Eidgenössische Wahlen 2019
Im Rahmen der Eidgenössischen Wahl 2015 haben wir gemeinsam mit GovFaces eine öffentliche Debatte über die Digitale Agenda der Schweiz organisiert, um das Engagement der Parlamentarier, der politischen Parteien und der Zivilgesellschaft in dieser Frage zu fördern (http://www.helvetic.govfaces.com/agenda-digital-suisse).
Die Debatte lieferte zwar einige interessante Beiträge und Ergebnisse, erreichte aber nicht das Ziel, das Thema in die politische Debatte für die Bundestagswahl einzubeziehen. Ein Jahr vor den nächsten Eidgenössischen Wahlen 2019 und angesichts der immer noch schleppenden politischen Führung in der Frage, die den Weg für die im Wesentlichen von der Wirtschaft getragene Initiative digitalswitzerland (ehemals Digital Zurich 2025) geebnet hat, halten wir es für eine sehr gute Gelegenheit, eine neue Initiative zu konzipieren, die dem rein ökonomisch getriebenen Ansatz entgegenwirkt und im Rahmen der UNIGE-UZH DSI-Initiative gemeinsam an einer neuen Initiative zu diesem Ziel arbeitet. Der Kanton Genf, mit dem wir durch GenèveLab in engem Kontakt und Zusammenarbeit stehen, der wachsende Stadtteil Civictech und die UZH-Kontakte mit der Bundesebene sind interessante Stützelemente für ein solches Ziel.

FacLab
Das Centre Universitaire d'Informatique (CUI) an der UNIGE arbeitet seit mehreren Jahren an der Einrichtung eines akademischen FabLab. Ziel ist es, die heute üblichen Fertigungs- und DIY-Ansätze, die aus der Arbeit am MIT (Neil Gershenfeld) stammen, an der Universität einzuführen, um die Ansätze "build to think" und "build to learn" auf der Grundlage von Design Thinking, Rapid Prototyping und User Centred Design zu nutzen. Solche Ansätze bergen ein enormes Potenzial, die Art und Weise, wie wir lehren, lernen und forschen, zu verändern. Darüber hinaus bieten sie interessante Möglichkeiten für eine gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Vor kurzem wurde das FacLab-Projekt bei UNIGE von der Division de l'Information Scientifique (DIS), dem Bureau de la Stratégie Numérique de l'UNIGE (BSN), der Division du Système et des Technologies de l'Information et de la Communication (DiSTIC) und mehreren externen Organisationen wie Lift Conference, Genève Lab des Staates Genf usw. interessiert. Während des letzten Open Geneva Festivals im April 2018 organisierten wir einen Hackathon zur Mitgestaltung des FacLab, an dem sich Teilnehmer der UZH beteiligten (Prof. Florent Thouvenin). Dies führte zu mehreren umsetzbaren Ergebnissen, die wir ab Herbst 2018 in Genf nutzen werden. Wir halten es für eine sehr gute Gelegenheit, gemeinsam an diesem Projekt zu arbeiten und zu versuchen, im Rahmen der UNIGE-UZH DSI-Initiative ein Schwester-FacLab an der UZH aufzubauen.

Digitale Verantwortung
Basierend auf langjährigen Forschungen im Bereich Digital Rights Management, insbesondere im Zusammenhang mit Enterprise Security, Governance Risk and Compliance (GRC) und Information Protection and Control (IPC), hat sich das Thema Digital Responsibility als wichtiges Thema im Zusammenhang mit dem Digital Transition und der verantwortungsvollen Gestaltung nachhaltiger Systeme und Dienste herausgestellt. Das gesamte Thema Cybersicherheit und Datenschutz bedarf eindeutig tiefgreifender Veränderungen bei der Gestaltung der Zukunft unserer digitalen Gesellschaft für die Zukunft (Morin 2014). 
Darauf aufbauend fanden kürzlich Gespräche mit der Fondation Ethos statt, um ein Digital Responsibility Criteria für ihre Bewertungen zu entwerfen. Diese Arbeiten werden im Herbst 2018 beginnen. Parallel dazu finden erste Gespräche mit Johan Rochel von Ethix (Lab für Innovationsethik) in Zürich statt. In diesem Bereich sind wir der Meinung, dass die Bündelung der Kräfte im Rahmen der DSI-Initiative UNIGE-UZH die Auswirkungen in diesem wichtigen Bereich auf eine nachhaltige digitale Gesellschaft beschleunigen und verstärken könnte.

Webseite: Prof. Dr. Jean-Henry Morin

Prof. Dr. Eva Weber-Guskar

Eva Weber-Guskar war von Februar bis Juli 2019 Fellow der DSI.

Forschung

Im Zentrum des Fellowships stand die Forschung zur Ethik der emotionalen Künstlichen Intelligenz. KI-Systeme werden in der Kommunikation und anderen Praktiken zunehmend zu direkten Partnern für Menschen. Beispiele dafür reichen von Sprachbots wie Siri im Smartphone, Haus- und Kauf-Assistenten wie Alexa bis zu Robotern als Museumsführer oder in der Altenpflege. Zu dieser Entwicklung gehört auch, dass die Systeme zunehmend mit emotionalen Funktionen ausgestattet werden (Emotionen erkennen, bei anderen hervorrufen und eigenes Ausdrucks- und Reaktionsverhalten simulieren), teilweise als Hilfe für die Kommunikation, teilweise als Selbstzweck. Die Forschungsfrage lautet, welche Probleme mit solcher emotionalisierter KI (EKI) einhergehen, und zwar sowohl enger moralphilosophisch als auch weiter ethisch-anthropologisch.

In einem ersten Vortrag dazu gehe ich von der verschiedentlich geäußerten Sorge nach, dass es falsch oder problematisch sein könnte, als Mensch solchen EKI Systemen, die Gefühle nahelegen, tatsächlich mit Gefühlen zu begegnen. Dabei konzentriere ich mich auf soziale Gefühle: Mitgefühl und reaktive, moralischen Emotionen. Ich zeige, dass sie epistemisch unangemessen sind und erörtere, inwieweit sie dennoch aus einem moralischen Grund als wünschenswert gelten können. Schließlich verweise ich darauf, wie diese Ambivalenz der Bewertung aufgelöst werden kann, indem man nämlich die Möglichkeit eines besonderen epistemischen Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine in Betracht zieht: die imaginative Wahrnehmung als Basis von Emotionen. Die Rückmeldungen von den verschiedenen Orten, an denen ich den Vortrag gehalten habe (Zürich, Oldenburg, Bochum), nutze ich zur Überarbeitung des Textes für eine Publikation. 

Vernetzung

Das Fellowship hat mir exzellente Bedingungen zum Vernetzen geboten. Ich habe am allgemeinen DSI-Speeddating teilgenommen, an zahlreichen Fellow Exchange Days und Brown Bag Lunches und bin Mitglied des Digital Ethics Labs der DSI geworden. Überall habe ich ForscherInnen kennengelernt, von denen ich auch etwas für mein Thema lernen konnte. Innerhalb des Labs gehöre ich nun zu der Gruppe, die einen Workshop zum Thema „Trust in Machines“ organisieren wird. Es sind auch Kooperationen mit meinem nächsten Forschungsort, dem Weizenbaum Institut für vernetzte Gesellschaft geplant.

Outreach

Daneben habe ich als Mitglied der Begleitgruppe die TA Swiss Studie „Selbstfahrende Fahrzeuge in der Schweiz“ beraten, die im Herbst 2019 erscheinen wird. Ich war als Referentin bei öffentlichen Abendveranstaltungen im Kulturverein Rothenburg (Ethische Fragen der Digitalisierung) und im Literaturhaus Stuttgart (Lange Nacht der KI, „Can you write me a poem, Siri?“) eingeladen und wurde vom UZH Magazin zum Schwerpunkt „Wir und die Maschinen“ interviewt. Auf inside.it.ch in der Blog-Reihe DSI-Insights habe ich meine Überlegungen aus einem Forschungsprojekt zur Frage, wieviel Anonymität bei Online-Kommentaren hilfreich für den politischen Diskurs ist, zusammengefasst. Schließlich habe ich mit Fellow Dr. Sarah Ebling zusammen ein Science Café auf der Scientifica 2019 geleitet, zum Thema „Kann ein Computersystem denken? Der Turing-Test im Film und in der Gegenwart“. 

Webseite: Prof. Dr. Eva Weber-Guskar

Dr. Bruno Wüest

Webseite: Dr. Bruno Wüest

Dr. Kristina Yordanova

Dr. Kristina Yordanova war im Juli und August 2018 zu Gast an der DSI und im UFSP Dynamik Gesunden Alterns.

Das Hauptprojekt, das ich während meines DSI Fellowships verfolgt habe, war die Entwicklung automatisierter Methoden zur Extraktion von Situationswissen und zur Interpretation des menschlichen Verhaltens. Dies beinhaltet die Untersuchung sowohl verschiedener Arten von Informationsquellen als auch verschiedener Rechenlösungen für die Interpretation heterogener Daten. In diesem Zusammenhang konnte ich einen Workflow zur automatischen Identifizierung von sozialen Verhaltensweisen und Umgebungen aus Transkripten von täglichen Gesprächen vorschlagen. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglich ist, automatisierte Methoden zur Codierung von Transkripten täglicher Gespräche mit relevanten psychologischen Variablen anzuwenden.  Ein weiterer Aspekt des Projekts war die Identifizierung relevanter Faktoren, die ein gesundes Altern aus situationsgerechter Sicht beschreiben. Diese Faktoren können später genutzt werden, um über das tägliche Leben eines Menschen, die Entwicklung seiner Situation und die Auswirkungen dieser Faktoren auf das langfristige Verhalten im Zusammenhang mit gesundem Altern zu urteilen.

Webseite: Dr. Kristina Yordanova