To trust or not to trust: Wann sollte KI Entscheidungen treffen dürfen?

07.-09.09.2022: Workshop zur Ethik von KI im Gesundheitswesen

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die klinische Versorgung entwickelt sich rasant weiter und reicht von der diagnostischen Bildanalyse in der Radiologie und Dermatologie bis hin zu immer komplexeren Anwendungen wie Vorhersagen in Intensivstationen oder der psychiatrischen Versorgung. Die kompliziertesten ethischen Herausforderungen, die sich aus solchen KI-Systemen in der Medizin ergeben, sind mit erkenntnistheoretischen Fragen verbunden, insbesondere dann, wenn die Konzeption eines Systems es für das menschliche Verständnis undurchsichtig macht und das Vertrauen in seinen Einsatz gefährdet.

Während undurchsichtige KI-Systeme wie Deep-Learning-Modelle für viele ihrer potenziellen Anwendungen in der Gesellschaft Probleme darstellen, werfen ihre Auswirkungen auf die Medizin spezifische Fragen auf, die sorgfältige philosophische, ethische und rechtliche Überlegungen erfordern:

  • Wie kann eine informierte Zustimmung, das Fundament der medizinischen Ethik, eingeholt werden, wenn ein System für seine Nutzer:innen im Prinzip unverständlich ist?
  • Wie kann in dem komplexen Feld der Interaktionen zwischen Patient:innen, medizinischem Fachpersonal, formellen und informellen Betreuer:innen, KI-Entwickler:innen und dem KI-System selbst Rechenschaft abgelegt werden?
  • Was ist ein sinnvoller konzeptioneller Rahmen für das Vertrauen in ein KI-System in der Medizin?
  • Und was macht letztlich eine vertrauenswürdige KI in der Medizin aus?

 

Mit dem Ziel, ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Ethik von KI-Systemen zu verstärken, organisieren das College of Humanities der EPFL, die Digital Society Initiative der Universität Zürich und das Swiss AI Lab IDSIA USI-SUPSI vom 7. bis 9. September 2022 in Lausanne ein internationales Treffen. Der Event soll Philosoph:innen, Informatiker:innen, Ingenieur:innen und Mediziner:innen zusammenbringen soll, um mögliche Antworten auf die oben genannten zentralen Fragen zu diskutieren und zu skizzieren.

 

Einreichung von Abstracts:
Neben den eingeladenen Referent:innen bitten wir auch Nachwuchsforschende (Studierende, Postdocs und junge Dozierende), Abstracts für die Tagung einzureichen. Die Abstracts sollten für einen 30-minütigen Vortrag geeignet sein und sind bis zum 7. Juli 2022 einzureichen.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Programm: hier.