Fragezeichen auf Wandtafel

Unterstützte Projekte

Die DSI unterstützt mit ihren strategischen Mitteln Projekte von DSI Netzwerk-Mitgliedern, die den Zielen der DSI entsprechen.

Laufende Projekte:

Visuelle Analyse von audiovisuellen Daten

Antragsteller: Prof. Dr. Barbara Flückiger, Prof. Dr. Renato Pajarola

Die im Rahmen des Projekts „FilmColors“ entwickelte visuelle Video­-Annotations­-Software VIAN soll zu einem umfassenden Crowd-Sourcing-Client ausgebaut werden, mit einem Offline-Tool für die Video-Analyse und einem Webportal für die Publikation und Aufbereitung der Resultate. Dieses Portal und die Analyseverfahren sollen ab 2019 global zugänglich gemacht werden. Zielpublika sind Dozenten, Studierende und Forscher aus Film- und Medienwissenschaft, Kunstgeschichte und anderer Fachrichtungen, welche sich mit Bewegtbildern beschäftigen und ein avanciertes Analyse-Paket inklusive Video­Annotations­Applikation benötigen sowie interessierte Laien. 

Hier finden Sie einen informativen Artikel zu diesem Projekt.

Die DSI unterstützt die Entwicklung dieses Crowd-Sourcing-Portals während 12 Monaten.

Ein integratives Datenmanagement-Portal für längsschnittliche Entwicklungsdaten im Humanbereich: Ein innovativer Beitrag zur Forschungsinfrastruktur an der Universität Zürich

Antragstellerinnen: Dr. Franz Liem, Prof. Dr. Mike Martin, Dr. Susan Mérillat, Dr. Christina Röcke

Die Art und Weise, wie wissenschaftliche Forschung in den Sozialwissenschaften praktiziert wird, hat sich mit dem wachsenden Einfluss von Digitalisierung und Technologie grundlegend verändert. Zusammen mit den strengen gesetzlichen Vorgaben an Datenschutz und Datensicherheit ergeben sich hohe Anforderungen an den Umgang mit Forschungsdaten. Ein gutes Datenmanagement erleichtert den nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten während ihres gesamten Lebenszyklus. Wenn Datensätze gut organisiert, dokumentiert und zugänglich sind, kann der Forschungs-Output gesteigert werden. Dies ist vor allem auch im Kontext der momentanen Entwicklung in Richtung „Open Science“ relevant.

Während man sich der Bedeutung von gutem Daten-Management bewusst ist, befindet sich die Umsetzung auf der Ebene der Forschungseinrichtungen noch in einer sehr frühen Phase. Der Bedarf nach Entwicklung von Infrastruktur, Dienstleistungen und anderen Ressourcen zur Unterstützung der Forschenden in ihrem täglichen Umgang mit Daten ist daher nach wie vor sehr hoch. Im Forschungsfeld der menschlichen Entwicklung ist der nachhaltige Umgang mit Forschungsdaten von besonderer Relevanz, da die Erhebung längsschnittlicher Datensätze, welche für die Analyse von Entwicklungsverläufen benötigt werden, sehr zeit- und kostenintensiv ist. Die resultierenden Datensätze sind daher sehr wertvoll und es ist anzustreben, ihre Verwendung zur Beantwortung möglichst vieler Fragestellungen sicherzustellen.

Das primäre Ziel des aktuellen Projekts besteht darin, ein umfassendes Konzept für ein Datenmanagement-Portal zu entwickeln, welches der Universität Zürich als innovative Infrastruktur dienen kann. Die Hauptinnovation des Portals besteht darin, dass eine moderne Lösung zur Datenspeicherung in einen größeren Rahmen von Dienstleistungen (z.B. Bildung, Beratung, usw.), Technologien und Outreach-Funktionen eingebettet ist, welche die Nutzung der im Portal gespeicherten Daten optimieren.

Neben der Zusammenführung bestehender Technologien und Dienstleistungen, umfasst dies auch die Entwicklung  zusätzlicher, neuer Funktionen sowie deren Testung auf Umsetzbarkeit. Hierzu zählen z.B. die Integration individueller Daten über verschiedene Studien hinweg, automatisierte Analysewerkzeuge für Aktivitätsdaten mit hoher Aufzeichnungsdichte oder die professionelle Umsetzung des Stakeholder-Managements im Rahmen eines partizipativen Forschungsansatzes. Implementiert als sogenannter "One-Stop-Shop" wird das Datenmanagement-Portal als Netzwerk von Spezialisten geplant, die den Forschenden spezifische, qualitativ hochwertige Unterstützung anbieten und auf diesem Weg Ressourcen für die eigentliche Forschung freistellen.

Die DSI unterstützt dieses Projekt gemeinsam mit weiteren Sponsoren.

Reproducibility Day

Antragsteller: Prof. Dr. Leonhard Held, Dr. Eva Furrer

Das Center for Reproducible Science (CRS) an der Universität Zürich bietet in Zusammenarbeit mit dem DSI am 5. Februar 2019 allen Forschenden an der UZH den Reproducibility Day an. Der Tag widmet sich transparenten und nachvollziehbaren Forschungspraktiken. Forscher informieren sich über Fragen der Reproduzierbarkeit, informieren sich über Lösungen und Angebote am UZH. Sie sind herzlich eingeladen, in praxisnahen Workshops mit Experten von CRS den Einsatz moderner Softwaretools und Online-Angebote für die Vorregistrierung zu erproben.

Bestätigte externe Referenten sind:

  • Joachim Wagner, Chefredakteur von The International Journal for Re-Views in Empirical Economics, der ersten Zeitschrift zur Veröffentlichung von Replikationsstudien auf Basis mikroökonomischer Daten.
  • Nathalie Le Bot, Senior Editor bei Nature.

Dieser Workshop wird von der DSI unterstützt.

Digital History Lab

Antragsteller: Prof. Dr. Monika Dommann, Prof. Dr. Martin Dusinberre, Prof. Dr. Gesine Krüger

Das Digital History Lab (DHL) des Historischen Seminars befasst sich mit der zentralen Frage, wie aus einer gegenwärtigen Perspektive die Evolution und Veränderung digitaler Gesellschaften zu verstehen ist. Wir erforschen die Geschichte digitaler Datenproduktionen hinsichtlich ihrer kulturellen und epistemologischen Dimensionen, und untersuchen dabei gesellschaftliche Themen wie etwa Überwachung, Privatsphäre, geistiges Eigentum, Public Access und Citizen Science, aber auch Fragen des indigenen Wissens und des gesellschaftlichen Verständnisses von Wissenschaft. Ausgehend von bestehenden Expertisen am Historischen Seminar, insbesondere im Bereich der Medien- und Wissensgeschichte, des E-Learnings sowie der digitalen Präsentationen und Verbreitung historischer Sachverhalte (Plattformen, Ausstellungen, Visualisierungen, Datenbanken, etc.) wird das DHL ein Forum des Austauschs über «best practice» und dabei praktische sowie intellektuelle Unterstützung bei der Entwicklung künftiger Projekte leisten. Auf diese Weise wird das DHL ein Zentrum für Forschung, Lehre und ausseruniversitäres Engagement, das Praxis und Reflektion miteinander verbindet – ein Ort für Geschichte in einem digitalen Zeitalter.

Gemeinsam mit dem Historischen Seminar unterstützt die DSI das Digital History Lab.

Werkzeugkasten für die digitale Arbeit mit Manuskripten

Antragsteller: Prof. Dr. Marianne Hundt und PD Dr. Gerold Schneider

Im Rahmen eines Lehrkreditprojektes wird ein Werkzeugkasten für die digitale Arbeit mit Manuskripten entwickelt, der in einem anschliessenden Projektseminar zu Tagebuchmanuskripten aus dem 18. Jahrhundert erprobt und evaluiert wird. Zentrales Element des Werkzeugkastens ist ein Annotationstool, das mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche TEI und XML-Bausteine für die digitale Edition von Manuskripten zur Verfügung stellt. Der Editor soll so flexibel sein, dass er auch in anderen Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten eingesetzt werden kann.

Projekt-Webseite: Toolbox for the Digital Annotation and Analysis of Manuscripts

Die DSI unterstützt die Entwicklung des Editors während 6 Monaten.

SUN-sitive

Antragsteller: Prof. Dr. Milo Puhan

Das "SUN-sitive" Projekt des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik and Prävention der UZH beabsichtigt die Entwicklung eines in der Primärversorgung integrierten, webbasierten Ansatzes zur Prävention von Hautkrebs und tabakbedingter Hautschäden, sowie zur allgemeinen Förderung der Hautgesundheit. 

Die SUN-sitive Web-App wird auf der Infrastruktur einer hochflexiblen Online-Forschungsplattform aufbauen, die ebenfalls von unserem Institut entwickelt wird. App-Zugriff wird den berechtigten Studienteilnehmenden auf Tablets im Wartezimmer des UZH Zentrums für Reisemedizin zur Verfügung gestellt. Im ersten Schritt werden sie gebeten, ausgewählte gesundheitsbezogene Daten einzugeben. Im zweiten Schritt folgt eine automatisch generierte digitale Präventionsberatung, zugeschnitten auf die von den Teilnehmenden bereitgestellten Informationen. Gestützt auf robuste theoretische Grundlagen wird die digitale Beratung evidenz-basiert und interaktiv gestaltet. Im Fokus stehen dabei normative Überzeugungen, Selbstwirksamkeit, Wissen und UV-Strahlung-bezogene Verhaltensabsichten (z.B. Sonnenschutz) und Tabakkonsum.

Zu den Projektzielen zählen die Bewertung von potenziellen Auswirkungen der SUN-sitive Web-App auf wichtige präventionsrelevante Ergebnisse (z.B. Absichten zum Schutz vor UV-Strahlung; Bekanntheit der Folgen von Tabak auf das Aussehen der Haut), sowie die Beurteilung der Akzeptanz des digitalen Präventions-Ansatzes in der Primärversorgung. Die aus der Entwicklung und Evaluierung von SUN-sitive gewonnen Erkenntnisse wollen wir zur Anpassung und Verbesserung unserer digitalen Plattform nutzen. Diese soll so konzipiert sein, dass sie zukünftig für weitere Forschungsprojekte in verschiedenen Gesundheitsbereichen und für unterschiedliche Anforderungen eingesetzt werden kann. Das Sun-sensitive Projekt stellt somit einen wichtigen Schritt hin zur Verwirklichung unserer Langzeit-Vision dar, nämlich der standardmäßigen Integration von wirksamen und effizienten digitalen Präventionselementen in die Primärversorgung. 

Die DSI unterstützt dieses Projekt gemeinsam mit dem EBPI und der Béatrice Ederer-Weber Stiftung.

Medical and Regulatory Characteristics of Approved Artificial Intelligence/Machine Learning-Medical Devices in Switzerland, the EU, and US and Health Policy Implications

Antragsteller: Prof. Dr. iur. et Dr. med. Kerstin Noëlle Vokinger, LL.M., Thomas J. Hwang, AB

Artificial Intelligence (AI) und digital health Technologien haben das Potential, die medizinische Diagnostik und Therapie zu optimieren. 

Das Ziel dieser interdisziplinären Studie ist, die medizinischen und regulatorischen Charakteristika der in der Schweiz, der EU und den USA zugelassenen Medizinprodukte mit integrierter AI/Machine Learning Technologie zu analysieren. Darauf basierend werden policy Vorschläge entwickelt, wie solche Technologien zugelassen werden sollten, um einerseits sichere und wirksame Medizinprodukte zu gewährleisten sowie andererseits einen schnellen Patientenzugang zu solchen Medizinprodukten zu ermöglichen. 

Die Ergebnisse dieser interdisziplinären Studie werden in einer wissenschaftlichen, internationalen Zeitschrift publiziert.

Die DSI unterstützt dieses Projekt.

International Cyber Security Summer School (ICSSS 2019)

Antragstellerin: MLaw Salome Stevens

Die International Cyber Security Summer School 2019 (ICSSS 2019) wird vom The Hague Security Delta organisiert und findet vom 25 – 30 August 2019 in Den Haag statt. Ziel des Programms ist es, eine multinationale Gruppe von IT-Spezialisten und Juristen zusammenzubringen und sie interdisziplinär zu aktuellen Themen im Bereich Cybersecurity weiterzubilden. Die ausgewählte Gruppe von etwa 60 jungen Wissenschaftlern wird ihr Wissen während den 6 Kurstagen im Rahmen von Gruppenchallenges und Lektionen von renommierten nationalen und internationalen Cybersecurity Experten vertiefen. Frau Stevens hat sich als Kandidatin für die ICSSS 2019 beworben, um ihre Doktorarbeit, die sie im Bereich Cybersecurity in den Rechtswissenschaften schreibt, weiterzuentwickeln und wurde als Teilnehmerin für das Programm im 2019 ausgewählt.

Die DSI unterstützt die Teilnahme an dieser Summer School.

Digitale Analysemethoden für patientenorientierte Gesundheitsforschung - Entwicklung einer Textverarbeitungspipeline im Schweizer Multiple Sklerose Register

Antragsteller: PD Dr. Viktor von Wyl

Patientenzentrierte Forschung verfolgt den Anspruch, dass der Sichtweise von Betroffenen mehr Raum und Aufmerksamkeit geschenkt wird, beispielsweise bei der Ausformulierung der Forschungsfragen oder bei der Bestimmung der Studienendpunkte, welche für Betroffene direkt relevant sein sollten (z.B. Erhalt der Arbeitsfähigkeit). Zugleich ist es vielen Studienteilnehmern ein Bedürfnis, "ihre Geschichte zu erzählen". Die meisten Gesundheitserhebungen stützen sich jedoch auf sehr strukturierte Fragen, die die individuelle Situation einer Person nicht ausreichend detailliert erfassen. 

Ziel dieser von der Digital Society Initiative und der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft geförderten Studie ist es, digitale Hilfsmittel zu entwickeln, um den Betroffenen-Fokus in epidemiologischen Langzeitstudien zu stärken. Konkret soll eine automatisierte Analysepipeline für Textinformationen entwickelt werden, um in unstrukturierten Eingabefeldern neue Gesundheitsthemen zu erkennen und quantifizieren zu können. Hierfür werden 3'000 anonymisierte Freitexteinträge aus dem Schweizer Multiple Sklerose Register (SMSR) analysiert. Aus diesen Textdaten sollen automatisch Schlüsselwörter und Phrasen extrahiert werden, welche für verschiedene Lebensthemen (z.B. Arbeit, familienbezogene Themen, etc.) kennzeichnend sind. Das zugrunde liegende Wörterbuch wird gemeinsam mit MS-Experten und MS-Betroffenen erarbeitet. Darüber hinaus ist die Entwicklung eines textbasierten, automatisierten Systems zur Erkennung von Gefühlszuständen (und Depressionen im Speziellen) geplant. Für dieses Projekt werden wir einen bestehenden, psychologischen Textkorpus erweitern, diesen auf die anonymisierte MS-Datenbank anwenden, und die extrahierten Gefühlszustände auf Individualebene mit bereits gesammelten Daten aus Spezialbefragungen zu Depressionen und mit Lebensqualitätsmessungen validieren.

Die in diesem Projekt entwickelten Instrumente werden einerseits dazu beitragen, zukünftige, patientenzentrierte Untersuchungen des MS-Lebensverlaufs zu unterstützen. Zudem soll die Entwicklung der Analysepipeline auch als Grundsatznachweis dafür dienen, dass aus Teilnehmersicht "benutzerfreundlichere", textbasierte Umfragen für Forschende sowohl aufschlussreich wie auch mit vertretbarem Aufwand analysierbar sind. 

Die DSI unterstützt dieses Projekt gemeinsam mit der Swiss Multiple Sklerose Gesellschaft.

 

 

Abgeschlossene Projekte:

Workshop "Philosophische Fragen zur KI-Governance und zum Recht"

Antragsteller: Prof. Dr. Christoph Graber

Ziel des Workshops vom 15./16. Februar 2018 war es, innovative Wege der interdisziplinären Forschung zu erforschen, um das Verständnis der normativen Implikationen von Künstlicher Intelligenz (KI) zu verbessern. 
Der Workshop gliederte sich in zwei Fallstudien. Die Fallstudien zeigten verschiedene Aspekte und Bedenken auf, die in der öffentlichen Diskussion über KI aufgeworfen wurden, wie Diskriminierung, Datenerhebung, Überwachung und das kommerzielle Potenzial der Technologie. Durch die Analyse von zwei Fällen gelang es den Forschern mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund, eine gemeinsame Basis zu finden und erfolgreich die Grundlage für zukünftige Diskussionen in der Forschung zu legen sowie Governance-Fragen zu identifizieren. UZH News und Mehr...

Der Workshop wurde vom Lehrstuhl für Rechtssoziologie mit besonderer Berücksichtigung des Medienrechts (Prof. Christoph B. Graber) an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der UZH in Kooperation mit dem Berkman Klein Center for Internet and Society der Harvard University organisiert. Der Workshop wurde von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und der DSI finanziell unterstützt.

Brainhack Zürich 2018

Antragsteller: Dr. Franziskus Liem

Ziel des Brainhack war es, die neurowissenschaftliche Gemeinschaft zu vernetzen und einen Einstieg in Open Science Ideen und Tools zu geben um neurowissenschaftliche Studien in Zukunft reproduzierbarer zu gestalten. Neben dem organisierten Programm, das aus einer Mischung aus Tutorials zu Tools wie Git, GitHub, Docker, Analyse von DWI Daten und Vorträgen zu Themen wie transparenter und reliabler Wissenschaft, neuronalen Netzwerken und mobiler Datenerfassung bestand, wurde ein wichtiger Teil des Workshops  von den TeilnehmerInnen selbst organisiert. In spontan entstandenen Gruppen wurden Themen wie beispielsweise Datenorganisation oder Analyse von längsschnittlichen Daten diskutiert. Dieses Format erlaubte einen regen Austausch zwischen TeilnehmerInnen mit unterschiedlichem Hintergrund und Expertise und trug zu einer offen und inspirierenden Atmosphäre bei. Mehr...

Gemeinsam mit dem UFSP "Dynamik Gesunden Alterns" unterstützte die DSI diesen Hackathon.

Workshop "Cybersecurity, Industry and Ethics"

Antragstellerin: MLaw Salome Stevens

Dank einer Ko-Finanzierung der DSI konnte die Antragstellerin am Workshop „Cybersecurity, Industry and Ethics“ in Helsinki teilnehmen. Die Teilnahme diente der Recherche für einen Buchbeitrag mit dem Titel „Ethical Cyber-Defence for Companies“, der u.a. von den DSI Fellows PD Dr. Markus Christen und Dr. Michele Loi herausgegeben wird. Der Workshop war für das Buchprojekt der Antragstellerin in verschiedener Weise hilfreich. Die Vorträge der Referenten verliehen einen guten Überblick der ethischen Problemstellungen mit denen sich Cybersecurity-Akteure derzeit konfrontiert sehen. Insbesondere wurden auch Fragestellungen in Bezug auf  Ethical Cyber-Defence for Companiesdiskutiert, die konkrete Anhaltspunkte für die Recherchen zum Buchkapitel liefern. Zudem konnte die Antragstellerin mit der Workshop-Teilnahme ihr Verständnis für die technischen Aspekte von Cyberangriffen erweitern.  Nicht zuletzt ermöglichte die Teilnahme am Workshop, Kontakte mit Cybersecurity Akteuren und Fachkundigen aus der Forschung aufzubauen, auf die sie sich im Verlauf der Recherchen beziehen kann.   

Gemeinsam mit dem Projekt CANVAS unterstützte die DSI das Vorhaben.

Konsortium für H2020 Projektantrag CHAnGE (Crowd Health Alignment and Greater Engagement)

Antragsteller: Dr. med. vet. Simon Rüegg

Vom 7. bis 10. August 2018 veranstaltete Simon Rüegg von der Sektion Epidemiologie der Vetsuisse-Fakultät einen Workshop, um Wege zu diskutieren, wie One Health aus der Perspektive partizipativer Governance behandelt werden kann. One Health (OH) ist so konzipiert, dass Entscheidungen über die Gesundheit von Mensch, Tier und Ökosystem sektor- und fachübergreifend unter Verwendung der Systemtheorie und partizipativer Prozesse integriert werden. Während des Workshops hielten die Teilnehmer Vorträge und Übungen zur Personal Construct Psychology (PCP), während sie parallel dazu die Möglichkeiten und Herausforderungen des Aufbaus eines digitalen Tools zur Erleichterung des Systemdenkens und der Bürgerbeteiligung an One Health Governance untersuchten. Eine Reihe von Zeichenworkshops, Weltcafés und Mind-mapping-Sitzungen wurden für die Realisierung des Projekts verwendet. Die Kernidee war die Entwicklung eines Smartphone-fähigen Tools, um Wertesysteme hervorzurufen, die mit den verschiedenen Aspekten der OH verbunden sind, die sich auf PCP stützen. Das Konsortium beschloss, mit einem Projekt, das aus fünf Arbeitspaketen besteht, einen ERC Synergy Grant anzustreben, aber auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Fragmente des Projekts zu prüfen. Die Arbeitspakete waren: ein Paket für transdisziplinäres Prozessmanagement, ein Paket für die qualitative Datenerhebung und ein tiefes Verständnis der Wertelandschaft, in der sich OH befindet, die Entwicklung eines Prototyps der zu testenden App in Wächterpopulationen, der Roll-out der endgültigen App mit Optionen für das Engagement der Benutzer und Wege von Werten zu Maßnahmen zur Gesundheitsverbesserung und schließlich ein Paket, das die App für Interessenvertreter auf verschiedenen Ebenen der OH-Governance zwischen internationalen Organisationen und lokalen Nutzern empfiehlt und anpasst. Das Projekt trägt den Titel Crowd Health Alignment and Greater Engagement (CHANGE) und umfasst derzeit elf Wissenschaftler aus den Bereichen Public Health, Animal Health, Food Systems, Sustainability Science, Health Diplomatie, Psychologie, Computer Science und Economics. Es war interessant zu sehen, dass alle über professionelle Trajektorien verfügen, die sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze beinhalten und im interdisziplinären Gespräch außergewöhnlich agil sind. Der Projektplan wird nun detaillierter entwickelt und innerhalb des nächsten Jahres zur Förderung eingereicht.

Weitere Informationen: https://www.vetepi.uzh.ch/en/research/CHAnGE.html

Gemeinsam mit der Vetsuisse unterstützt die DSI dieses Vorhaben.

Workshop "Digital Health and Shared Decision-Making"

Antragstellerin: Dr. Corine Mouton Dorey

Der Workshop war eine eintägige multidisziplinäre Veranstaltung, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf gemeinsame Entscheidungen im Gesundheitswesen beschäftigte. Da die digitale Gesundheit eine wichtige Herausforderung in einer digitalen Gesellschaft ist, hatten wir viel mehr Bewerbungen als die mit dem Graduiertencampus-Stipendium geplanten 20. Dank der DSI-Unterstützung konnten wir die Teilnehmerzahl auf bis zu 30 erhöhen. 
Das interaktive Format des Workshops wurde sehr geschätzt. Die wichtigsten "Key Success Factors" (KSF) lassen sich in 3 Hauptpunkten zusammenfassen: Zuerst hatten wir talentierte Redner, die ihre Expertise einbringen konnten:  Gemeinsame Entscheidungsfindung und Autonomie (Prof. Schumacher, Uni Freiburg). Theorie der Sozialsysteme und digitale Medien (Prof. Vogd, Witten, Deutschland). Digitale Gesundheit (PD Dr. Christen, UZH). Sie haben tagsüber sehr großzügig zusammengearbeitet und an den Untergruppenarbeiten teilgenommen. Dies gab Doktoranden und Postdocs die Möglichkeit, eine fruchtbare Diskussion über ihr Forschungsthema zu entwickeln. Die zweite KSF war die Vielfalt der Menschen: IT-Experten der UZH oder ETHZ, der biomedizinischen Ethik oder der narrativen Literatur. Das machte alle Diskussionen sehr reichhaltig. Interessanterweise suchten IT-Experten nach ethischeren Perspektiven, und die anderen Nicht-IT-Experten nach mehr Wissen über Algorithmen. Die dritte KSF war die Arbeit in drei Untergruppen rund um die Frage: Entwicklung eines digitalen Tools zur Verbesserung der gemeinsamen Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen. Das strategische Denken ist unterschiedlich und stammt aus den Bereichen Philosophie, Medizin oder IT. Jedes Team entwickelte jedoch ähnliche Ansätze, die die hohe Erwartung an einen positiven digitalen Einfluss auf die Beziehungen zwischen Patient und Arzt zeigten. Im Anschluss an die Veranstaltung beschloss eine Untergruppe, weiterhin gemeinsam an dem digitalen Werkzeug zu arbeiten, mit dessen Entwicklung sie begonnen hatte. Einige der Teilnehmer arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Positionspapier über digitale Gesundheit und gemeinsame Entscheidungen. Ein Folgegespräch ist vor Weihnachten geplant.

Die DSI unterstützte diesen Workshop gemeinsam mit dem Graduate Campus.

Konferenz der "International Humanitarian Studies Association"

Antragstellerin: Ning Wang

Mit grosszügiger Unterstützung der DSI im Mai 2018 konnte im Juli 2018 ein neues Forschungsprojekt "Value-Sensitive Humanitarian Innovation - Integrating Ethical Values in the Humanitarian Use of Drones", das vom Institut für Biomedizinische Ethik und Geschichte der Medizin (IBME) durchgeführt wird, erfolgreich Forschungsgelder des Swiss Network for International Studies (SNIS) einwerben. Im August 2018 vertrat die leitende Forscherin des SNIS-Projekts, Ning Wang, mit anhaltender Unterstützung des DSI und des IBME, das Forschungsteam bei der Weltkonferenz für Humanitäre Studien in Den Haag, Niederlande.

Diese Konferenz wird von der International Humanitarian Studies Association (IHSA) alle zwei Jahre organisiert. Sie ist eine weltweit renommierte Konferenz im humanitären Sektor, die eine Plattform für die verschiedenen Disziplinen bietet, die sich mit humanitären Studien über humanitäre Krisen infolge von Naturkatastrophen, Konflikten oder politischer Instabilität befassen, und einen Ort bietet, an dem sich wissenschaftliche Gemeinschaften treffen und Dialoge mit politischen Akteuren sowie Hilfs- und Hilfsorganisationen führen können. Einer der thematischen Schwerpunkte des Jahres 2018 war "The Impact of Technology and Innovation in Coping with, Responding to, and Transforming Crises", bei dem ein Panel zu "The Ethics and Technology in Humanitarian Settings" unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Matthew Hunt, dem Co-PI des SNIS-Projekts, an der McGill University, Kanada, stattfand.

Während der Konferenz hat das SNIS-Team erfolgreich eine Reihe neuer und strategischer Partnerschaften aufgebaut, von denen viele bald als erweiterte Projektpartner dem SNIS-Projekt beitreten werden. Zu diesen neuartigen Partnerschaften gehören nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bei humanitären Studien an vorderster Front stehen, sondern auch Förderorganisationen und politische Think-Tanks, die in verschiedenen Phasen des SNIS-Projekts eine entscheidende Rolle spielen werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Teilnahme des SNIS-Teams an der IHSA-Konferenz als fruchtbar und effektiv erwiesen hat.

Die DSI unterstützte die Antragstellerin zusammen mit dem Insitut für Biomedizinische Ethik und Geschichte der Medizin.

Konferenz "Sports, Data, and Journalism"

Antragsteller: Anil Özdemir

Am 25. Oktober, 2018, am offiziellen Schweizer Digitaltag, lud das Center for Research in Sports Administration (CRSA) Akademiker, Datenjournalisten und Experten aus Medien und Industrie zur "Sports, Data, and Journalism" Konferenz an der Universität Zürich ein um die Nutzung Datenwissenschaftlicher Methoden im Sport zu diskutieren.

Bei der ausverkauften Veranstaltung hörten über 100 Teilnehmer aus aller Welt mehr als 35 interessante Vorträge, nahmen an datenwissenschaftlichen Workshops teil und tauschten Ideen zur Nutzung von Sportdaten aus. Die Konferenz wurde in einem akademischen und datenjournalistischen Track organisiert. Um einen Gedankenaustausch und eine Diskussion über Methoden zu ermöglichen, konnten allen Teilnehmer Panels, Postersessions und Workshops besuchen.

Sozialwissenschaftler analysieren Sportdaten, um Hypothesen zu testen, Forschungsfragen zu beantworten und neue Theorien zu entwickeln. Journalisten stellen ähnliche Forschungsfragen und analysieren die gleichen Daten, sie können jedoch unterschiedliche Methoden anwenden, unterschiedliche Zielgruppen und Veröffentlichungsverfahren haben. Die Konferenz bot eine Plattform, um verschiedene Methoden und Forschungsfragen zu diskutieren.  In gewisser Hinsicht gingen Wissenschaftler und Datenjournalisten sehr ähnlichen Problemen nach (z.B. Verzerrungen bei der Bewertung von EiskunstläuferInnen).

Obwohl Sportdaten relativ leicht zugänglich sind, stellt sich heraus, dass ein zentrales Thema in der täglichen Arbeit mit Sportdaten, das Säubern der Daten ist. Die Daten erscheinen in verschiedenen Formen und Formaten und sind nicht alle elektronisch archiviert. Das erschwert deren Analyse. Dies eröffnete eine Diskussion über eine potenzielle Sportdatenplattform, die sicherstellen sollte, dass die Daten in Formaten zur Verfügung gestellt werden, die leichter handzuhaben und zu analysieren sind.

Die multidisziplinäre Konferenz kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Wir wurden mehrmals gefragt, ob es zukünftige Konferenzen zum gleichen Thema geben wird.

Die DSI unterstützte diese Konferenz gemeinsam mit anderen Partnern. 

Rethink Privacy! Towards a Harms-Focused Governance of Digital Traces

Antragsteller: Dr. Alfred Früh, Prof. Dr. Michael Latzer, Prof. Dr. Florent Thouvenin

Die Privatsphäre ist ein Schlüsselfaktor für das individuelle und soziale Wohlbefinden. Im digitalen Zeitalter beeinträchtigen allgegenwärtige Datenverarbeitungspraktiken von Unternehmen und Regierungsbehörden und die vielen digitalen Spuren, die wir wissentlich oder unwissentlich hinterlassen, die Privatsphäre auf verschiedene Weise mit Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Die Versuche, diesen Herausforderungen zu begegnen, sind heterogen und basieren nicht auf einem gemeinsamen Verständnis. Die Politik hat beispielsweise mit strengeren Datenschutzgesetzen reagiert. Insbesondere die Europäische Union (EU) hat mit der Verabschiedung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR; Stand Mai 2018) einen umfassenden Ansatz verfolgt. Die konzeptionellen Grundlagen des GDPR und anderer Datenschutzgesetze, wie z.B. das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSGVO), gehen jedoch auf die 1970er Jahre zurück und können den Herausforderungen des digitalen Zeitalters nicht vollständig gerecht werden. Um sicherzustellen, dass die Verarbeitung digitaler Spuren letztlich dem Einzelnen und der Gesellschaft zugute kommt, starten wir ein Forschungsprojekt, das die Privatsphäre mit einer synergetischen Kombination aus vier Perspektiven neu denkt: Philosophie (Universität Luzern), Kommunikationswissenschaft (UZH, IKMZ), Recht (UZH, ITSL) und Technik (Università della Svizzera italiana). Darüber hinaus arbeitet sie mit der Verhaltensökonomie (ETH Zürich) an ausgewählten Herausforderungen zusammen. Die sinnvolle Gestaltung der Privatsphäre im digitalen Zeitalter erfordert Beiträge aus all diesen Disziplinen.
Das Projekt ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil - Deconstructing Privacy - untersucht das Projektteam die Definitionen, Zuschreibungen, Wahrnehmungen und Konzepte des Datenschutzes sowie die bestehenden Mechanismen zu dessen Schutz. Die Kombination verschiedener Disziplinen und die Definition einer gemeinsamen Sprache führt zu einem gemeinsamen Verständnis der reichen Forschung in jedem Bereich und ermöglicht eine interdisziplinäre Synthese. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse geht der zweite Teil - die Neugestaltung des Datenschutzes - von der Annahme aus, dass die Verarbeitung digitaler Spuren sowohl nützlich als auch schädlich sein kann und dass die derzeitigen regulatorischen und technischen Versuche ihre Grenzen haben, um die tatsächlichen Schäden erfolgreich zu bekämpfen und damit wichtige Vorteile einzuschränken. Wir untersuchen drei (potenzielle) Schäden, die besonders wichtig sind: Manipulation, Diskriminierung und Kühlungseffekte (d.h. Abschreckung oder Hemmung bestimmter Handlungen oder Interaktionen aufgrund von z.B. staatlicher Überwachung oder Benutzerverfolgung durch Unternehmen). Indem wir diese Schäden mit einem interdisziplinären Ansatz analysieren, entwickeln wir ein besseres Verständnis dafür, wie sie sich auf Einzelpersonen, Gruppen und die Gesellschaft insgesamt auswirken. Darüber hinaus werden wir in der Lage sein, Kriterien und Benchmarks zu entwickeln, um das Akzeptable vom Unzulässigen zu trennen, z.B. um Manipulation als Schaden von akzeptablen Formen der Beeinflussung zu unterscheiden. Im dritten Teil - Governing Privacy - werden alle Disziplinen gemeinsam Governance-Vereinbarungen erarbeiten, die die durch die Verarbeitung digitaler Spuren verursachten Schäden minimieren und gleichzeitig die Vorteile nutzen. Für jeden der drei Schäden werden wir in der Lage sein, neuartige, angemessene und praktikable Governance-Empfehlungen zu entwerfen, die in Form von technischen Lösungen, Legislativvorschlägen, "Grünbüchern" oder Forderungen nach Selbstregulierung der Industrie einschließlich Leitlinien vorliegen könnten. Basierend auf einem Vergleich der Governance-Empfehlungen für die drei Schäden wollen wir schließlich die Grundlagen für einen neuen Governance-Rahmen für den Datenschutz im digitalen Zeitalter schaffen.

Gemeinsam mit dem Philosophischen Fakultät unterstützte die DSI die Antragseinreichung für das "Rethink Privacy" Projekt.

Workshop "The Humanitarian Cyborg"

Antragstellerin: Prof. Dr. Nikola Biller-Andorno, Ning Wang

Die «Cyborg Days» sind ein dreitägiger Workshop, der vom Graduate Institute der Universität Zürich (UZH) finanziert und vom Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der UZH mit Unterstützung der Digital Society Initiative (DSI) ausgerichtet worden war. Die Veranstaltung fand vom 26. bis 28. November 2018 in Zürich statt.

Mit Hilfe der grosszügigen Unterstützung des DSI versammelte der Workshop acht Wissenschaftler mit unterschiedlichem disziplinärem Hintergrund und fünf Praktiker aus internationalen Organisationen mit Technologie- und Innovations-Know-how, um sich in Zürich zu über die Gegenwart und Zukunft der Mensch-Maschine Interaktion auszutauschen. Die Kombination aus philosophischen Ansätzen, naturwissenschaftlichen Theorien, und technologischem Fachwissen machte die Veranstaltung zu einem Katalysator für Ideen, die sowohl für akademische Fachleute als auch Praktikerinnen und Praktiker inspirierend waren.

Der Workshop hat die angestrebten Ziele erreicht. Einen Mehrwert bildete eine Special Session mit dem Titel «The Humanitarian Cyborg», welche die Mensch-Maschine-Interaktion im humanitären Sektor behandelte. Die Idee dahinter war, dass neue und aufstrebende Technologien unsere Gesellschaften auf vielfältige Weise durchdringen, manchmal sogar auf eine selten diskutierte Weise, wie beispielsweise im humanitären Bereich. Um zu verstehen, wie Technologien im humanitären Sektor eingesetzt werden und auch dort zunehmend Menschen durch Maschinen ersetzt werden, kamen in der Session Praktiker von vier internationalen Organisationen (zwei UN-Organisationen und zwei NGOs) zusammen, die jeweils darlegen, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine ihre täglichen Abläufe verändert.

Die Sondersitzung stiess in zweierlei Hinsicht auf grosses Interesse: 1) Im Gegensatz zu Robotern und Algorithmen, die in populären Medien oft diskutiert werden, werden «humanitäre Cyborgs» selten diskutiert; und 2) im Gegensatz zu herkömmlichen akademischen Workshops, bei denen die Wissenschaft im Mittelpunkt der Diskussion steht, wurden politische und regulatorische Implikationen der Wissenschaft beleuchtet, wodurch das Publikum auf eine andere Dimension der Beziehungen zwischen Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft aufmerksam gemacht wurde. Darüber hinaus bildete die Session den Start eines neuen Forschungsprojekts zum Thema «Value Sensitive Humanitarian Innovation: Integrating Values in the Humanitarian Use of Drones», welches dank der Unterstützung durch die DSI erfolgreich vom Swiss Network for International Studies (SNIS) gefördert wird. 

Die DSI unterstützt dieses Projekt gemeinsam mit dem Graduate Campus und dem Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte (IBME).

Fortschritte in der Messung von dynamischen psychologischen Prozessen im Alltag

Antragssteller: Prof. Dr. Mathias Allemand und nationale/international Kooperationspartner

Mit Hilfe der grosszügigen Unterstützung des UZH DSI konnte am 29. und 30. November 2018 an der Universität Zürich ein interdisziplinäres Forschungsmeeting zu Fortschritten in der Messung von dynamischen Prozessen mittels digitaler Technologie durchgeführt werden. Ziel des zweittägigen Forschungsmeetings war es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unterschiedlichem Hintergrund und Expertise zusammenzubringen, um sich über innovative technologiebasierte Modelle und „Werkzeuge“ zur Erfassung von dynamischen psychologischen Prozessen und gemeinsamen Forschungsprojekten auszutauschen zu können. In verschiedenen Vorträgen wurden unterschiedliche Aspekte der Messung von dynamischen Prozessen beleuchtet und im Plenum diskutiert. Dabei wurde über Themen wie Persönlichkeitsdiagnostik, ubiquitous social networking, measurement burst designs, ecological momentary assesment, crowd sensing mittels mobiler Sensoren und Applikationen und maschinelles Lernen diskutiert. Zudem wurden Chancen (z.B. Produktgestaltung von Applikationen) sowie Herausforderungen (z.B. altersbezogene Herausforderungen) der digital unterstützten Diagnostik thematisiert (mehr Infos zum Programm des Forschungsmeetings (PDF, 1997 KB)). Die Wichtigkeit der Messung von dynamischen Prozessen mittels digitaler Technologien ist insbesondere in Anwendungsbereichen wie beispielsweise Digital and Mobile Health bedeutsam. Mit Unterstützung des DSI konnte am 7. Dezember 2018 ein Gastvortrag zu dem Thema durchgeführt werden (mehr Infos dazu finden sich hier (PDF, 65 KB)).

Die DSI unterstützte dieses Projekt gemeinsam mit anderen Partnern finanziell. 

Aktuelle Publikation zum Thema: Mobile Data Collection: Smart, but Not (Yet) Smart Enough (PDF, 128 KB)

Digital Democracy Center

Antragsteller: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi

Die DSI-Matching-Mittel wurden für den Aufbau des Digital Democracy Lab verwendet. Konkret wurden die Mittel für die Anstellung eines Postdocs sowie zweier wissenschaftlicher Assistenten verwendet, die bei der Vorbereitung eines Forschungsgesuches halfen, das im Rahmen des Programms SNF Digital Lives eingereicht wurde. Der Antrag wurde angenommen und wir erhielten einen Zuschuss von 236'355 Fr. über einen Zeitraum von 15 Monaten, beginnend im Dezember 2019. Darüber hinaus arbeiteten der Postdoc und die Forschungsassistenten an der Erstellung von Prototypen für die Datenerhebungs- und Analyseroutinen, die das Digital Democracy Lab im Jahr 2020 weiterentwickeln wird. Die DSI-Matching-Funds haben es uns daher ermöglicht, das Digital Democracy Lab in Gang zu setzen, bevor wir die SNF-Finanzierung erhalten haben.

Die DSI unterstützte dieses Vorhaben während eines Jahres mittels der Förderung von Stellen wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Online Veröffentlichung des Zurich Tangram Corpus

Antragsteller: Prof. Dr. Elisabeth Stark, PD Dr. Wolfgang Kesselheim, Dr. Tanja Samardzic

Das Zurich Tangram Corpus besteht aus über 30 Stunden Audio- und Videoaufnahmen von Face-to-Face-Interaktion (in Schweizer Standarddeutsch) im Rahmen eines psycholinguistischen Experiments (in Anlehnung an das klassische Experiment von Clark & Wilkes-Gibbs 1986). Das Korpus, das von Yshai Kalmanovitch im Rahmen seiner Dissertation erstellt wurde, erlaubt die Erforschung von Prozessen der verbalen und non-verbalen Akkommodation, sowohl innerhalb von einzelnen Gesprächen als auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Dadurch eröffnet sich eine grosse Spannbreite von Untersuchungsmöglichkeiten, die von phonetischen Fragestellungen zur lautlichen Akkommodation bis zu Akkommodationserscheinungen in Gestik, Mimik und Blicken reichen. Ziel des Projekts ist die Veröffentlichung der transkribierten Audio- und Video-Daten in einem Format (Webinterface), das sowohl Abfragen als auch eine live-Editierung ermöglicht. Ergebnis dieses Lighthouse-Projekts ist nicht nur ein breit nutzbares, öffentlich zugängliches audiovisuelles Korpus, sondern auch eine best practice-Dokumentation, in dem Konzepte für den Aufbau einer zentralen linguistischen Forschungsinfrastruktur an der Universität Zürich konkretisiert werden.

Webseite: http://linguistik-tangram.uzh.ch:7342/search

Die DSI unterstützte dieses Projekt gemeinsam mit dem Zürcher Kompetenzzentrum Linguistik (ZüKL) und dem UFSP Sprache und Raum (UFSP SpuR).

APARIUZ-Schriftenreihe Band XX – «Digitalisierung und Recht»

Antragstellerinnen: Dr. iur. Alexandra Dal Molin, Dr. iur. Anne Schneuwly, MLaw Jasna Stojanovic

Seit der im Jahr 1999 erfolgten Begründung der Schriftenreihe APARIUZ (Analysen und Perspektiven von Assistierenden des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich) legt der rechtswissenschaftliche Nachwuchs der Universität Zürich jedes Jahr einen Sammelband mit Beiträgen zu grundlegenden juristischen Fragestellungen vor. Auch in diesem Jahr konnte diese Tradition dank der grosszügigen Unterstützung durch die DSI und weitere Sponsoren aufrechterhalten werden: Im Juni 2019 ist der 20. (Jubiläums-)Band der APARIUZ-Reihe mit dem Titel «Digitalisierung – Gesellschaft – Recht» im DIKE Verlag erschienen. 

Die rasant voranschreitende digitale Transformation verschiebt die Schwerpunkte unseres Alltags und unserer sozialer Interaktionen mehr und mehr von einer analogen in eine digitale Welt. Die Digitalisierung wirkt sich jedoch nicht nur auf die Gesellschaft aus, sondern stellt auch unser Rechtssystem vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben insgesamt 27 Autorinnen und Autoren und ein Gastautor in thematisch breit gestreuten Beiträgen aus allen Rechtsgebieten verschiedene Aspekte des komplexen Zusammenspiels zwischen Digitalisierung, Gesellschaft und Recht beleuchtet. Insbesondere wurden folgende Forschungsfragen aufgeworfen und mit eigenständigen, überzeugenden Lösungsvorschlägen beantwortet: Wie verändert die Digitalisierung unser Recht? Kann unser Rechtssystem mit der Digitalisierung Schritthalten oder drängen sich Anpassungen auf? Welche Verantwortung trägt dabei der Staat? Welchen Einfluss hat das Recht auf den digitalen Fortschritt? Macht Digitalisierung unser Rechtssystem überflüssig?

Bei der Beantwortung der gestellten Forschungsfragen haben die Autorinnen und Autoren auch interdisziplinär gearbeitet und dadurch innovative Ideen an der Schnittstelle von Rechtswissenschaft und Technik vorangetrieben. Kurz nach dem Erscheinen des gedruckten Werks wurde das einjährige APARIUZ-Projekt mit einer Buchvernissage abgeschlossen, anlässlich welcher die Möglichkeit bestand, wertvolle Kontakte mit Professorinnen und Professoren sowie Praktikerinnen und Praktikern zu knüpfen.

Die DSI unterstützte dieses Projekt gemeinsam mit weiteren Sponsoren.

Glaubwürdigkeit von Verschwörungstheorien

Antragstellerin: Dr. Juliane A. Lischka

Verschwörungstheorien sind ein geläufiges Thema in Online-Diskursen, haben eine lange Online-Lebensdauer und sind nahezu global zugänglich. Der Glaube an Verschwörungstheorien ist oft mit Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Eliten und Institutionen verknüpft. Verschwörungsinhalte werden als zum Nachdenken anregend bis zu unsinnig beurteilt. Dieses Projekt untersucht (a) User-Konzepte von Verschwörungstheorien, (b) Aspekte, die zu einer Glaubwürdigkeitseinschätzung führen und (c) einen handlungsleitenden Einfluss haben. Daten werden mittels Onlinebefragungen erhoben und mit sozialwissenschaftlichen Analysemethoden sowie Machine Learning analysiert.

Die DSI unterstützte dieses Projekt mit der Finanzierung der Datenerhebungskosten.