Was bringt das "Digital Trust Label"?

Zusammen mit der DSI Community Ethics hat die Data Ethics Expertengruppe eine öffentliche Veranstaltung zum neuen "Digital Trust Label" der Swiss Digital Initiative organisiert. Rund 20 Personen haben über die Vorteile und Herausforderungen dieses neuen Labels diskutiert.

Anfang dieses Jahres hat die Swiss Digital Initiative (SDI) das "Digital Trust Label" lanciert; das erste seiner Art weltweit. Das Label soll die Vertrauenswürdigkeit von digitalen Anwendungen fördern. Doris Leuthard, ehemalige Bundesrätin und SDI-Präsidentin, vergleicht das Digital Trust Label mit dem Vertrauenssiegel eines Bio-Labels oder einer Nährwerttabelle. Laut Leuthard hat das SDI grosse Ziele mit dem Label: Es soll der neue Schweizer Exportschlager werden.

Doch kann das Digital Trust Label halten, was es verspricht? Niniane Paeffgen vom SDI hat in ihrem Referat dargelegt, wie das Label entwickelt wurde und welche Voraussetzungen Unternehmen erfüllen müssen, um das Label zu erhalten. In einer lebhaften Diskussion unter der Moderation von Markus Christen (DSI) haben Sophia Ding (Managing Consultant AWK Group) und André Golliez (Swiss Data Alliance) die Herausforderungen des neuen Labels diskutiert. André Golliez wies auf mögliche Intransparenzen bei der Vergabe des Labels an Unternehmen hin und argumentierte, dass der aktuelle Rechtsrahmen wie die EU-Datenschutzverordnung ausreichend sein könnte. Sophia Ding hingegen vertrat die Ansicht, dass das Gütesiegel eine Gelegenheit für Unternehmen sei, sich intern mehr Klarheit über ethische Praktiken zu verschaffen. Nach dem formellen Teil wurden die Diskussionen an der DSI informell fortgesetzt.

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