What’s Up, Switzerland?

WhatsApp ist im Moment die wichtigste Art der graphischen (d.h. nicht mündlichen) mobilen Kommunikation. In diesem Projekt wird der Sprachgebrauch in dieser Kommunikationsart untersucht anhand von 618 WhatsApp Chats (rund 6 Mio Tokens), die von der Schweizer Bevölkerung in allen Landessprachen zur Verfügung gestellt wurden. Dieses Forschungsgebiet ist wissenschaftlich noch weitgehend unerschlossen trotz der starken Präsenz des Themas in der Presse. In Bezug auf die Kommunikation via WhatsApp kann erwartet werden, dass ein sehr individueller Sprachgebrauch gepflegt wird, der viel Wert auf „Language-Design“ im weitesten Sinne legt. Diese persönliche Ausdrucksweise wird nicht zuletzt gefördert durch die technischen Möglichkeiten, die dem Schreiber zur Verfügung stehen, z.B. durch das Einfügen von graphischen Elementen. WhatsApp Messages sprengen also die Grenzen der (Standard-)Sprache, der Genres und Modalitäten und bauen stattdessen stark auf einem individuellen Stil auf. Aus dem Gesagten resultieren unsere zwei übergeordneten Forschungsfragen: 1. Wie sehen Schweizer WhatsApp Chats aus? Gibt es Unterschiede zwischen Schweizer SMS und Schweizer WhatsApp Chats in Bezug auf sprachliche Strukturen, Bildgebrauch im weiteren Sinne, (Recht-)Schreibung, registerspezifischen Stil, Individualität vs. Akkommodation? Wie sind diese Unterschiede begründet? 2. Was wird in Bezug auf die Forschungsfrage 1 gesagt/getan, wenn Anwender und Medien (über) WhatsApp Chats schreiben? Das Projekt ist thematisch ein Nachfolgeprojekt des SNF Sinergia Projektes “SMS Kommunikation in der Schweiz” (2011-2015, Leitung Elisabeth Stark), welches Teil des internationalen Netzes sms4science.org war. Als Resultat dieses Projektes entstanden 6 Dissertationen und mehr als 50 Publikationen über sprachliche Besonderheiten, die Verwendung von Schweizer Minderheitensprachen (rätoromanische Varietäten) und Code-Switching. Ein weiteres Resultat bzw. Produkt des Projektes ist das weltweit erste öffentlich verfügbare Korpus mit mehrsprachigen SMS: www.sms4science.ch.

Beteiligte Forschende und Projektpartner

  • Elisabeth Stark, Universität Zürich (Leitung)
  • Christa Dürscheid, Universität Zürich
  • Crispin Thurlow, Universität Bern
  • Silvia Natale, Universität Bern
  • Beat Siebenhaar, Universität Leipzig, Deutschland
  • Federica Diémoz, Universität Neuchâtel
  • Zusammenarbeit mit dem Zürcher Kompetenzzentrum Linguistik und mit dem UFSP Sprache und Raum (beide Universität Zürich).

Finanzierung

  • Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Kontakt

Elisabeth Stark