Flu-Like Illness Surveillance mit FLISbook – Eine Facebook-ähnliche Plattform zur Überwachung von grippeartigen Symptomen

Die Digital and Mobile Health Group des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention hat basierend auf einer breit existierenden Plattform für Digitale Gesundheitsstudien das FLISbook, eine Facebook-ähnliche Plattform zur Überwachung von grippeartigen Symptomen entwickelt.

FLISbook wurde im April 2020 verfügbar gemacht. Die Veröffentlichung mit allen geplanten Funktionen ist für Juni 2020 vorgesehen.

Die COVID-19 Epidemie stellt eine grosse Herausforderung für unser Gesundheitswesen, aber auch für die Wirtschaft und unser tägliches Leben dar. Die Bewältigung der gegenwärtigen Krise erfordern Echtzeit-Daten zum Ablauf der Epidemie, um die richtigen eindämmende Massnahmen zu treffen und Virus-Expositionen zu vermeiden. Die weite Verbreitung von internetfähigen Geräten bietet die Chance, Bürgerinnen und Bürger in die Überwachung der gegenwärtigen Epidemie miteinzubeziehen und so die Abdeckung, aber auch die Geschwindigkeit der Erfassung zu optimieren.

Social Media Plattformen liefern dabei wertvolle Ideen, wie die Beteiligung und langfristige Bindung der Teilnehmenden an Überwachungsstudien verbessert werden kann. Speziell erwähnenswert sind personalisierte Rückmeldungen zu möglichen Risikoexpositionen oder ortsspezifischen Fallzahlen, sowie die Möglichkeit, den eigenen Gesundheitsstatus mit Freunden und Nahestehenden auszutauschen. Die geplante neue Plattform FLISbook orientiert sich an diesen Erfahrungen und will durch die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern zu einer besseren und schnelleren Überwachung der aktuellen und möglichen zukünftigen Wellen der COVID-19 Epidemie beitragen.

Konkret geben NutzerInnen regelmässig Angaben zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand in eine App ein, welche gerätunabhängig funktioniert (das heisst, sowohl auf Smartphones wie auch auf PCs). Die Datenerfassung durch NutzerInnen beinhaltet Informationen zu möglichen COVID-19 Symptomen, sowie Risikoexpositionen wie beispielsweise die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Kontakt mit COVID-19 erkrankten Personen. So kann ein personalisierter Zeitstrahl aufgebaut werden, der im Falle einer tatsächlichen Infektion auch für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte relevant ist.

Bestimmte Angaben können die NutzerInnen zudem mit Personen aus ihrem persönlichen Umfeld teilen, um diese über ihren aktuellen Zustand auf dem Laufenden zu halten und ihre Erfahrungen zu teilen. Ebenso können sie Informationen von anderen Personen erhalten, sofern sie von diesen in ihr Netzwerk eingeladen wurden. Basierend auf ihren Angaben erhalten die Teilnehmenden zudem auf sie zugeschnittene Informationen über den aktuellen Stand der Epidemie in ihrer Region. 

Hervorzuheben gilt: die Datensammlung und –Verbreitung erfolgt soweit als möglich anonym. NutzerInnen müssen nur eine E-Mail-Adresse und einen Benutzernamen hinterlegen, die keinen Rückschluss auf die Person geben müssen. Schliesslich geht es um die Überwachung der Epidemie, und nicht der Personen! Die Forschungsdaten werden anonym zur Beantwortung verschiedener Forschungsfragen zur COVID-19 Epidemie, sowie für regelmässige Berichterstattungen zuhanden der NutzerInnen und der Öffentlichkeit ausgewertet. Insbesondere werden die gesammelten Informationen Forschende darin unterstützen, ein besseres Bild der aktuellen Lage der Epidemie zu erhalten und den möglichen Verlauf oder die Wirksamkeit von Massnahmen besser abschätzen zu können.

FLISbook wurde basierend auf einer bereits existierenden Plattform für Digitale Gesundheitsstudien durch die Digital and Mobile Health Group des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention entwickelt. Dieses Team verfügt bereits über grosse Erfahrung im Entwickeln und Betreiben von Digitalen Studien unter Einbezug von Bürgerinnen und Bürgern, so zum Beispiel das Schweizer Multiple Sklerose Register mit über 2'200 Teilnehmenden.